17. Juni 2013
Das war die Followertour

Quelle: Google Maps
Nach 5 Tagen, 2.133 Kilometern, 12 Litern Bier, unzähligen Raststätten, Umarmungen, Handshakes, Büchersignierungen und hunderten Erinnerungsfotos grinst du dich im Spiegel an und schüttelst ganz vorsichtig den Kopf. “Hey Pirat, was war das denn bitte? Hab ich das wirklich erlebt?”
Seit Jahren führe ich diesen Blog und mit jedem Jahr steigt die Anzahl der Blogleser. Doch ist das “Eine” diese nicht darstellbare Zahl an Bloglesern, und das “Andere”, durch die Lande zu fahren und “die Blogleser” dann auch wirklich mal zu treffen. Kein Kommentar unter einem Bild, keine e-Mail und kein “like” kommt auch nur ansatzweise in die Nähe dessen, was es bedeutet, ein “like” wirklich mal zu treffen. Und ich schwöre: Ich werde nie nie wieder beleidigt sein, wenn tagelange fotografische Arbeit mit gerade mal “20 likes” bedacht werden, während mein ge-instagramtes Essen, knapp hundert schafft. Wenn nämlich plötzlich 20 “likes” in Form von richtig netten Menschen vor einem sitzen und aus jedem “like” ein strahlendes Gesicht wird, ist das ein ganz wunderbares Gefühlskarussell!
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Wir starten bereits 8 Uhr frisch geduscht in Saarbrücken. Unser Weg führt uns zunächst nach Karlsruhe. Dort werde ich endlich Martin Gommel – den Herausgeber von
Dort erwartet und ein zünftiger Biergarten-Abend im Augustiner-Keller. Vorher machen wir aber noch einen “Zwischenstopp” bei meinem Lieblingspaar “
Wir frühstücken bei alten Kollegen in Düsseldorf und machen uns gegen 11 auf den Weg nach Mannheim. Das Wetter könnte besser nicht sein, was unsere Laune wohlwollend zur Kenntnis nimmt. Meine Inbox wird fast minütlich mit jeder Menge Mails geflutet. zig Angebote, auf ein Käffchen vorbei zukommen, in Orten, deren geografische Bestimmung mir schwer fällt. Ich versuche mit dicken Fingern auf kleiner iPhone Tastatur Herr der Lage zu werden und muss schon bald erkennen, dass ich auch mit dem größten Willen keine Chance habe, jedem zurück zu schreiben. Ich schicke den Versuch in meine Timeline, in Siegen, Giessen oder Darmstadt, Zeit für ein Päuschen zu haben und prompt meldet sich eine Handvoll Leute. Wir entscheiden uns für Siegen und treffen uns mit Nina, die in einer Bank arbeitet und eine Mittagspause dringend nötig hat. Sie ist superhappy uns kennen zu lernen und wir quatschen sofort los. Es folgen Fragen, die sie schon immer mal stellen wollte, sich aber nie zu fragen wagte. Es ist schon irgendwie verrückt, Unbekannte zu treffen, die bereits seit Jahren meinen Blog verfolgen und mich wie einen alten Bekannten behandeln.
Kai streckt seinen Kopf pünktlich und mit verschmitztem Rauschebärtchen ins Büro. “Moinseeen! Allet klar?” Eine Woche lang werden wir von nun an hunderte Kilometer quer durch Deutschland schrubben und uns die Beine an Raststätten vertreten. Für einen Moment will ich am Liebsten hier bleiben und frage mich, wofür ich das Ganze eigentlich wirklich mache. Ich vertraue darauf, dass ich spätestens in einer Woche bei meiner Rückkehr eine Antwort darauf bekomme und zwinge mich zur Motivation. Kai schleppt die letzten verbliebenen Bücherkisten meines Logbuchs ins Auto während ich bereits das dritte Telefonat innerhalb von 10 Minuten annehme. Ich werde nie verstehen, warum alle immer zur selben Zeit anrufen. “Super, klasse, Danke… “ beende ich den letzten Anrufer und winke Kai heran… “Auf geht’s!” Schon jetzt zu spät für das erste “Meet & Greet” in Düsseldorf, schütte ich mir bereits nach 30 Kilometern Fahrt den ersten Kaffee über die helle Hose. Ich rede mir ein, dass den Fleck niemand sieht und freu mich auf den ersten Tourstop. 

