7
Feb
2018
9

Die Morgenseite und die Wüste Negev, das tote Meer und Karusselfahren

Ich solle jeden Morgen eine Seite zu Papier bringen hat er gesagt. Ohne Überlegung einfach drauflos schreiben. Direkt nach dem Aufstehen. Das bringt die Gedanken in Wallung und übt. Schreiben hilft beim Denken. Während des Schreibens solle ich das Geschriebene nicht mal nachlesen. Na ich bin mal gespannt. Scheiß Seelenstriptease.

Wo fange ich an? Mein Kopf ist ein fahrender Zirkuswagen und das Geschirr klappert in den Schränken. Immer mal wieder halte ich an und fahre Karussell (schreibt man Karussellfahren eigentlich zusammen oder getrennt?). Ich solle Schreiben, um den ganzen Kram der da den lieben langen Tag passiert, zu sortieren, andernfalls würde ich irgendwann durchdrehen. Außerdem… ich merke oft, dass ich furchtbar schlechte Laune bekomme, wenn man mich daran hindert. Am Denken. Deswegen bezeichnet mich Caro wahrscheinlich auch oft als Misanthrop, auch wenn ich das Beieinander mit anderen Menschen eher schätze. Vielleicht ist es aber auch einfach nur Neugier. Ich könnte den ganzen Tag nichts anderes tun als denken. Es würde mich glücklich machen. Kann man dafür eigentlich bezahlt werden? Wäre genau der richtige Beruf für mich: Denker – Hey Kollege richtig gendern: Denkender. Was verdient man da? Und muss man dann immer das Denken was die anderen wollen oder kann man denken, was man selber will? Ich glaube in dem Moment, wo man als Baby im Wohnzimmer sitzt und versucht den eckigen Stein in die runde Öffnung zu ballern, trennt sich die Spreu vom Weizen. Dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Das Runde in das Runde oder das Runde in das Eckige. Liest sich das schon alles sehr durcheinander hier?

Letzte Woche war ich noch in Israel. Am toten Meer und in der Wüste Negev. War echt schön aber auch irgendwie unwirklich. Die Wüste macht mich demütig und das tote Meer, naja… ist surreal. Wir wanderten und frühstückten auf einem Stein sitzend. Die Bilder verfliegen so langsam. Zum Glück habe ich Fotos gemacht. Was macht das Pendeln zwischen den Extremen eigentlich mit dem Kopf? Keine Ahnung. Ich habe mich an einem schönen Punkt in der Wüste von Tobi fotografieren lassen. Das Foto war gut aber ich sah scheisse aus, glaube ich.

Reicht das erstmal?

You may also like

Der Red Canyon Israels
Hebron – die Geisterstadt

6 Responses

  1. Sylvia

    Mega toller Bilder! Das kommt grad sehr gut weil eine Mitschülerin in meiner Sprachschule hier in Miami aus Israel kommt. Jetzt kann ich mir besser vorstellen wie es dort wirklich aussieht. Ich finde ja krass das die Israelis in viele Länder nicht einreisen dürfen mit ihrem Pass. Das wusste ich vorher garnicht. Da haben wir es schon gut in Europa.

    Liebe Grüsse
    Sylvia
    https://www.mirrorarts.at -- Fotografen auf Weltreise

  2. Ja Steffen, reicht erstmal. Die Bilder wecken (mal wieder) die Sehnsucht, auf Reise zu gehen.
    Wie so oft, wenn ich einen Blogeintrag von Dir lese.
    Und dann, nachdem ich alles zum zweiten oder dritten Mal gelesen und die Bilder angesehen hab,
    dann will ich doch meistens mehr…
    Also nein, reicht doch (noch) nicht!

    Israel -- klingt verlockend. Irgendwann werd ich auch mal in der Wüste stehen, und an Dich denken 🙂

  3. Ganz starke Bilder dabei, Steffen! Ich mag auch Deine desaturierte post production. Das Titelbild ist am Stärksten! Ich muss nächstes Mal unbedingt dabei sein…

  4. „…. mein Kopf ist ein fahrender Zirkuswagen mit…….“, sehr schön, ich werde das Schreiben direkt nach dem Aufstehen auch einmal ausprobieren, befürchte aber, es braucht bei mir erstmal ein paar Kaffee bis solche schönen Sinnbilder dabei herauskommen 🙁