18
Apr
2018
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Markt in Dong Van

Das verzweifelte Schreien der Tiere geht durch Mark und Bein. Sie scheinen ziemlich genau zu wissen, was ihnen blüht. Ein paar Schläge des Besitzers mit dem Knüppel auf den Kopf und dann ist kurz Ruhe. Hier auf dem Sonntags-Markt in Dong Van kriegst du alles: Schweine, Rinder, Hunde, Mützen, Gold, Ananas, auch eine Hexe, die irgendwelche Kräuter aus dem Sack zieht und Warzen bespricht. … und wenn du noch Appetit hast, ist der Schlachthof gleich in der Halle hinten rechts. Dort werfen sie dann die Reste der Tiere in einen dampfenden Kessel mit Suppe.

„Die Vietnamesen sind die Barbaren Asiens“ hat mal einer zu mir gesagt. Und schaut man dem Treiben hier auf dem Markt so zu, nickt man irgendwie innerlich. Jedoch scheint mir der Umgang mit dem Nutztier, welches zum Verzehr gedacht ist, hier weitaus ehrlicher und weniger abstrakt als bei uns. Man „spielt mit offenen Karten“. Nichts von dem, was ich hier sehe, wird es bei uns nicht auch geben, allerdings versteckt man es in Deutschland, verdinglicht das Steak und vermeidet jeden visuellen Hinweis darauf, dass man ein Tier auf dem Teller hat. Ich will hier gar keine Diskussion vom Zaun brechen, aber ich persönlich sehe es lieber hier und so wie auf diesem Markt, denn dann wird mir bewusst, dass ich ein Tier esse und nicht nur ein Steak. Vor Jahren bin ich deshalb mal zum Vegetarier geworden.

Der Markt hier in Dong Van ist ein Ort, der aus der Zeit gerutscht zu sein scheint und ja, die Hunde, die man hier feil bietet sind mitnichten zum bewachen des eigenen Hausstandes gedacht. Man nimmt kaum Notiz vom langnasigen Blonden, der mit der Kamera durch die Menge huscht und fotografiert und wenn doch, dann „bitte ein Foto Fremder“… und „zeig mal das Display“… nein, nein… mach mal noch eins Bruder… jetzt sehe ich gut aus…

Am Abend aßen wir Tofu mit Gemüse aus dem Hot Pot und ich hatte das Gefühl, unsere kleine Gruppe war ruhiger als sonst. Die ersten „Päckchen“ platzten auf und wir tranken gemeinsam Schnaps. Ja, Vietnam rührt und quält dich. Und mit dem Spiegel, den man dir ständig vors Gesicht gesucht hält, musst du klar kommen.

Der Rest steht hier: http://abenteuervietnam.de/tourblog/


 

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