9
Mrz
2014
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PramPram also, Wow!

stilpirat-ghana-prampram-0-1Die Dunkelheit kam schnell und wenig überraschend. Wir hatten den verbliebenden Tag in PramPram bis zum letzten Augenblick ausgequetscht. Nun brüllten die Scheinwerfer unseres Autos auf der dunklen Küstenstrasse nach AdaFoah merkwürdige Gestalten, überladene Busse und Kuhherden am Strassenrand an. Mein Schädel brummt, meine Haut spannt und die Ohren sind gefüllt mit Sand, doch bin ich selig. PramPram – die zweihändige Ohrfeige. Kein passenderes Wort für einen Ort wie diesen – so stolz, freundlich und voller Leidenschaft. 

Wir trafen erst am späten Nachmittag hier ein und die Sonne kämpfte sich gerade mühsam durch den staubigen Horizont. Mir war, als würde sie PramPram in dieses wundervolle Licht tauchen, um den Fischern, die gerade damit begannen, ihre Boote an Land zu holen, die passende Bühne für ihr Schauspiel zu bereiten. Ihr Gesang, der draußen vom Meer aus den Booten herüber kam, schien eine Aufforderung an helfende Hände zu sein, sich am Ufer versammeln. Ein paar Cedi werden wohl drin sein, packt man Seil mit starken Händen und zieht das Boot im Rhythmus der Brandung an Land. Der Singsang der Bootsleute gilt der Zeit bis zur nächsten großen Welle. Und er wird lauter und schneller, wenn die Wellen stark genug sind, das schwere, hölzerne Boot mit Hilfe der Brandung ein-zwei Meter weiter an Land zu ziehen. Es ist ein sichtlicher Kraftakt und auch die Männer an den Seilen singen, um im Rhythmus zu bleiben – vor allem die jungen – wohl auch, um den Mädchen zu gefallen. 

Es ist ein wundervolles Bühnenstück, dessen Handlung keiner großen Geschichte bedarf. Und ich saß im Publikum und genoss die Bilder. Boot für Boot wurde an Land gebracht und ich hätte ewig zusehen und zuhören können. Doch ging das Stück viel zu schnell zu Ende – ohne Pointe, große Geste oder zweiten Vorhang. Die Sonne verschwand schnell. Drei Stunden hatte mich der heiße, mit Sand geschwängerte Wind, im Hafen von PramPram geohrfeigt. Doch ich war so fasziniert vom Treiben, dass ich diesem Umstand wenig Beachtung schenkte. Meine Hose, nass bis zum Bund, sitze ich nun im Auto auf dem Weg nach Ada Foah und schaue selig aus dem Fenster. Mein Schädel brummt und es ist mir egal. Marterias „Wunder“ läuft… PramPram also, wow!

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