27
Apr
2015
18

New York – die zweite Woche

Woche zwei in New York City und ich liege in meinem Kämmerchen in Williamsburg während es draußen aus Eimern schüttet. Die letzten Tage waren herrlich, also will ich mich nicht beklagen – ich kann die Auszeit gut gebrauchen. Meinen Füßen ist das Gefühl abhanden gekommen, zu schmerzen. Die Tellergroße Blasen unter den Fußsohlen sind Zeugen meines Laufpensums – unter 20 km gehen die Tage nie zu Neige. Ich schleppe mich oft mit letzter Kraft in den fünften Stock meines Altbaus. Josh ist letzten Mittwoch dazu gestoßen und wenn ich ihm in die Augen schaue, dann hasst er mich genauso, wie die Idee mit mir hier Zeit zu verbringen (#ichmachnurspass). Der Fleisch gewordene Couchpotato windet sich jedes mal wie ein Aal, wenn ich wieder eine neue Route durch Manhattan vorschlage…  🙂

Aber es ist schon ein schönes Gefühl, wenn ich morgens die East River Fähre nach Midtown-Manhatten nehme, um mit ihm eines seiner handverlesenen Frühstücks-Lokalen aufzusuchen, die „man unbedingt ausprobiert haben muss“… ach der Josh…  Ich glaube, er nimmt mir immer noch übel, dass ich seine Lieblingsstadt als „überschätzt“ bezeichnet habe.  Ja, ich verliere durchaus den einen oder anderen Gedanken daran. New York ist für den 10-Tage-Bleiber toll und atemberaubend. Ein paar Tage shoppen, ein Besuch im Museum, auf den „Top of the Rock“… was man halt gesehen haben muss… Danach geht dir der New Yorker Tonfall, der irgendwo zwischen wütend, fordernd und warnend liegt, so langsam auf die Ketten, bis er dir wieder irgenwann egal wird und du dich daran gewöhnst. Permanent glaubt man angesprochen zu werden, dabei brabbeln die New Yorker permanent in ihr Headset und dabei ist es ihnen gleich, ob die Welt erfährt, dass „Kimberley eine Hure ist“ oder Jeff immer noch nicht sicher ist, was das für ein Abszess am Hoden ist…

„Die Stadt die niemals schläft“ hält sich selbst wach und spuckt in regelmässigen Abständen die Verlierer aus, die dem Irrtum von „if you make it there, you´ll make it anywhere“ erlegen sind. Aber am Ende ist es genau dieser Glaube, die diese Stadt so einzigartig macht. Und nichts ist schöner als von der Bagel-Verkäuferin hier unten in der Bedford Avenue im wütenden Tonfall angeraunzt zu werden: „Have a nice day my dear!“

P.S. Josh schreibt parallel in seinem Blog über seine Zeit hier in New York. Solltet ihr euch nicht entgehen lassen!

Soundtrack:

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