27
Mai
2010
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Wir sind die Ölkatastrophe!

Ich meld mich heute mal mit einem völlig anderen Thema zu Wort, weil mir in den letzten Wochen eines richtig auf den Sack geht: Die Hatz gegen BP!
Um eines Vorweg zunehmen. Was da drüben passiert ist, ist mit Abstand die größte von Menschen geschaffene Umweltkatastrophe mit furchtbaren Folgen. Jeder Arbeitsplatz der dadurch verloren geht und jedes Tier das zu Schaden kommt, hat mein größtes Mitgefühl und ich bin wirklich weit davon entfernt, BP mit Feenstaub zu überziehen, aber …

BP ist nicht der Handlanger des Teufels.

Brechen wir es mal runter: Der Konzern gewinnt Bodenschätze und verarbeitet diese zu Rohstoffen, die in der ganzen Welt für wahnsinnig viele Produkte benötigt wird und ja, meinetwegen: sie verdienen ne Menge Geld damit. Es geht jedoch weit über meine Vorstellungskraft, daß irgendjemand in diesem Konzern diese Katastrophe willentlich herbeigeführt oder billigend in Kauf genommen hat. Selbst wenn die eigens eingesetzte Untersuchungskommission irgendwann herausfinden wird, daß menschliches Versagen ursächlich für diese Katastrophe war, so wäre das immer noch nicht BP sondern einer oder mehrere Angestellte des Konzerns.

Wenn ich mir die Meldungen der letzten Wochen so ansehe, dann hat BP die Katastrophe von Anfang an eingestanden und klar gemacht, daß man für die Schäden aufkommt und alles dafür tun wird diese zu beseitigen. Auf der Internetseite wird täglich über den Fortgang der Arbeiten am Bohrloch informiert.

Sicher, BP wird uns nicht wirklich mit korrekten Zahlen versorgen und versuchen, die wirklichen Ursachen für sich zu behalten. Zumindest versucht man – informationspolitisch gesehen- dem Volk da draussen möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Kein Mensch auf der Welt – nicht mal BP – erfreut sich an dem was da passiert ist.

Wer unter Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein!

Liebe Claudia Roth, lieber Cem Özdemir! Wie hilfreich ist Euer Boykott-Aufruf?  Ihr dreht BP damit den Geldhahn ab und der Steuerzahler muß hinterher für die Schäden aufkommen… Euer fetter Dienstwagen ist sicherlich noch nie mit BP-Öl gefahren, oder? Populismus ist ein schlechter Ratgeber!

Diejenigen unter Euch, die sich tolle neue Logos für BP ausdenken sollten sich mal fragen, wie oft sie ein Produkt gekauft haben, bei dem der Nachfüllpack gereicht hat. Wie oft seid ihr mit dem Auto gefahren, obwohl ein Fahrrad, Bus oder Bahn es auch getan hätte? Wie oft kauft Ihr Plastik-Kram, obwohl Ihr es nicht müßt? Wie oft benutzt Ihr Batterien statt wiederaufladbare Akkus? Wie oft lasst Ihr ein Produkt im Supermarkt liegen, weil die Verpackung etwas zerknickt ist? (Das Zeug wandert für ein vielfaches seines eigenen Wertes zurück zum Hersteller). Wo sind Eure Hybrid Autos? Wo sind Eure Solar Anlagen? Wo ist Eure Erdwärmeheizung?

Ihr seid es, die das Feuer in der Hölle des Teufels nährt! Nun hat er sich den Schwanz verbrannt und ihr zeigt mit dem Finger auf ihn.

Nein liebe Leute. Wir sind die Ölkatastrophe!

39 Responses

  1. Pingback : Meine besten Blogposts 2010 | Der Stilpirat

  2. Ideenfindung: Der Wahrheitstest
    Ich muss mich korrigieren und eine Blamage eingestehen.
    Der vorstehende letzte Beitrag erweckt den Eindruck, dass ich davon ausgehe, dass noch keine Ideensuche zu dem Problem Öl-Katastrophe ins Internet gestellt worden ist. Das ist natürlich nicht der Fall. BP hat bisher über 20 000 Vorschläge erhalten, wie man den Ölstrom stoppen oder das Öl erhalten kann.
    Diese, für einen weltweiten Aufruf vergleichsweise geringe Zahl von Menschen, die zu einer aktiven Mitverantwortung bereit sind, verdeutlicht aber einmal mehr die Richtigkeit einer Betrachtungsweise, erfassbares intellektuelles Potenzial nach einer Gauß-Verteilung kalkulieren zu müssen.
    Dennoch stellt die Verwaltung dieser Vorschläge ein großes organisatorisches Problem dar. Dem ist sicher geschuldet, dass der BP-Aufruf Unzulänglichkeiten aufweist.
    Ich hätte mir gewünscht, dass die eingehenden Vorschläge für jedermann einsehbar aufgelistet werden könnten. Eine solche weltweite Ideenabfrage ist Neuland. BP hat ein erstes großes Modell gestartet, dem viele folgen sollten.
    Ich hätte zum Beispiel mir eine Titelseite gewünscht, auf der das Problem als Demonstrationsmodell im Laboraufbau dargestellt ist.
    Vielleicht könnte in ein Aquarium ein Versuchsaufbau installiert werden, der den realen Bedingungen angenähert werden kann und auch als Video übertragen werden kann.
    (Zufällig steht auf dem Hof meines Hauses ein Aquarium (60 * 100 cm Grundfläche, ca. 50 cmm hoch) das entsorgt werden müsste, kann kostengünstig abgegeben werden)
    Mit einem solchen Versuchsaufbau würde ich der Arbeitshypothese… (im Übrigen auch aus Spaß an der Sache, wenn ich könnte, wie ich wollte. An dieser Stelle sei aber einmal völlig unüblich darauf hingewiesen, dass ich mit einem Alter von 77 Jahren nicht mehr zu viel bewegen kann)…… nachgehen, zu untersuchen , ob durch Verringerung der physikalischen Dichte in der Umgebung eines improvisierten Ölaustrittes die großflächige Ausbreitung des Öls verhindert werden kann, indem ständig eine Strömung in diese Zone geringer Dichte gerichtet ist. Im einfachsten Fall könnte das durch Einperlen von Luft erreicht werden.
    Nach den aktuellen durch die Medien übermittelten Informationen, die auf Grund den hochbrisanten politischen Lage nicht unbedingt sehr detailliert sein müssen, kann man vielleicht davon ausgehen, dass um das ursprüngliche Loch weitere Öl-Austrittstellen entstanden sind, die eine großflächige Ausbreitung des Öls verursachen. Vielleicht könnte mit der Erzeugung einer Zone geringer Dichte gewissermaßen eine Bündelung und eine Erhöhung des Ölanteils in dem Öl-Wassergemisch erreicht werden.
    Alles natürlich zunächst nur Spekulation, mit der ich aber eine notwendige Voraussetzung für das Gelingen einer weltweiten Ideenabfrage demonstrieren möchte.
    Es gehört dazu, den Mut aufzubringen, sich mit einem Vorschlag zu offenbaren und, als Appell an Alle, die Toleranz und Bereitschaft aufzubringen, sich mit mit Vorschlägen auseinanderzusetzen.
    Mit dem Aufruf an Alle , die eine technische oder naturwissenschaftliche Ausbildung vorweisen und die technische Ausrüstungen eines Labors (u.a. bei netten Chefs) in Anspruch nehmen zu können, mit der Einrichtung eines Internet-Auftrittes in der skizzierten Weise doch Neuland mit der Organisierung einer weltweiten Ideenermittlung betreten zu wollen, möchte ich über die praktische Nutzanwendung hinaus, aus dem Beispiel der schlimmen Ölkatastrophe folgende erkenntnistheoretische Schlussfolgerungen von großer wirtschaftlicher Tragweite ziehen:

    Mann kann hochrangige Ideen, die zu dem aktuellen Problem gefordert sind, nicht durch ein noch so raffiniertes Kreativitätstraining gewinnen. Am allerwenigsten auf Abruf bei einem solchen aktuellen Anlass.
    Hier sind wie Im Sport die „Ausnahmeathleten“ gefragt, die nach den Aussagen der Gauß-Verteilung nur sehr selten zu finden sind.
    Wie auch immer eine Lösung des Problems gefunden werden wird. Die weitere Entwicklung wird mir recht geben.
    Der von mir geforderte oder empfohlene Internetauftritt zur Idenfindung sollte daher auf eine Vermittlung der Wirkungen der Gauß-Verteilung aufbauen. Der Lern- und Gestaltungsprozess lässt sich damit nachhaltig vereinfachen

    Mit freundlichen Grüßen M. Schweiger

  3. Ich kann dir da nur wärmstens beipflichten, auch wenn das vielen nicht gefällt (was die Kommentare ja wiederspiegeln).

    Solange 95% sich über die Ölpreise mukieren und niedrigere fordern (um jeden Preis), solange wird es in ähnlichem Stil weitergehen.

    good read!

    1. Mach ich gern! Ich treffe mich einmal die Woche mit denen, um die Eindämmung der Folgen durch geschickte Platzierung von Blogposts in meinem Fotoblog zu besprechen.
      Mal im ernst: Lies doch bitte einfach mal und „überflieg“ den Artikel nicht. Dann wüsstest Du auch, worum es mir geht.

  4. Lucas

    Ich muss Dir leider widersprechen, denn BP hat billigend in Kauf genommen, dass es zu dieser Katastrophe kommt.
    In Kanada wo Bohrungen in der See nur gestattet sind, wenn gleich eine Ausgleichsbohrung mitgetätigt wird, läuft BP seit Jahren dagegen Sturm und leistet gute Lobbyarbeit, um dieses Gesetz zu kippen. Sie nehmen also wissentlich dieses Risko in Kauf, was für mich mit Vorsatz gleichzusetzen ist.

    http://trueslant.com/allisonkilkenny/2010/05/13/fresh-from-gulf-disaster-bp-urges-canadian-legislators-to-drop-regulations/

  5. Ideenfindung und Ölkatastrophe

    Ich verstehe eines nicht. Man hat hat es jetzt in der Hand via Internet weltweit eine Ideensuche zu organisieren. Warum hat niemand den Mut einen Internet -Auftritt zu gestalten, mit dem weltweit Ideen zur Lösung des Problems abgefragt werden können. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, wie man theoretische Erkenntnisse ignoriert , die einfach zur Optimierung der Ideenfindung notwendig sind. Vielleicht können kurze Anregungen weiterhelfen, die ich im Forum meiner Homepage
    niedergelegt habe.
    siehe auch eine Publikation unter dem Titel „Ideen, Wahrheit und Freiheit, 04. 12. 2009, avm-verlag München, ISBN: 978-3-89975-820-7 http://www.avm-verlag.de
    Ich selbst bin 77 Jahre alt.
    Mit freundlichen Grüßen M. Schweiger

  6. Ideenfindung und Ölkatastrophe

    Ich verstehe eines nicht. Man hat hat es jetzt in der Hand via Internet weltweit eine Ideensuche zu organisieren. Warum hat niemand den Mut einen Internet -Auftritt zu gestalten, mit dem weltweit Ideen zur Lösung des Problems abgefragt werden können. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, wie man theoretische Erkenntnisse ignoriert , die einfach zur Optimierung der Ideenfindung notwendig sind. Vielleicht können kurze Anregungen ( auch zum Thema Ölkatastrophe!) weiterhelfen, die ich im Forum meiner Homepage
    niedergelegt habe.
    siehe auch eine Publikation unter dem Titel „Ideen, Wahrheit und Freiheit, 04. 12. 2009, avm-verlag München, ISBN: 978-3-89975-820-7 http://www.avm-verlag.de
    Ich selbst bin 77 Jahre alt.
    Mit freundlichen Grüßen M. Schweiger

  7. Klasse post, ganz meiner Meinung.
    Auch wenn BP meines Erachtens auf ganzer Linie versagt und als schuldig zu betrachten ist, das ganze Plastik um mich herum, das wöchentliche auffüllen das Volvos und alle die anderen Sachen die das Leben so schön bequem machen machen uns auch zum Teil des Systems. Daher sollten alle die unreflektiert rumbrüllen sich mal vor Augen führen was sie den so tun damit sich was wirklich ändert.

    Vor allem die ganzen Möchtegern Ökos die immer noch in ihren nicht umgerüsteten VW Bullies und Ford Transits zu den Demos fahren und schön Dreck hinten raushauen 😉

  8. Naja deine Meinung in allen Ehren, ich bin trotzdem dafür das jeder der gesagt hat: tolle Idee, Bohren wir hier, jetzt mit in der Scheiße schwimmt und anfängt was zu machen. Ist zwar populistisch, aber tortzdem sollen sich die ach so tollen Anzugträger auch die Finger schmutzig machen und das nicht nur mit ihren Entscheidungen.

  9. thomas

    „Sicher, BP wird uns nicht wirklich mit korrekten Zahlen versorgen und versuchen, die wirklichen Ursachen für sich zu behalten.“

    und trotzdem ist die allgemeinheit nicht auf der seite von bp? wie seltsam…

  10. Tatsächlich verdichtet sich mehr und mehr, dass BP fahrlässig gehandelt hat (unterstützt von einer amerikanischen Regierung die fahrlässig Bewilligungen verteilt).
    http://derstandard.at/1271377793204/Oelpest-BP-soll-vor-Monaten-gewarnt-worden-sein
    Die scheinbar offensive Informationspolitik scheint mir mehr und mehr eine Beschwichtigungs- und Verschleierungspolitik zu sein.
    Ändert nichts an der Tatsache, dass wir beinahe ausnahmslos wiederspurchslos Teil des Systems sind und, so lange wir Produkte die wir kaufen, verwenden und verschwenden, nicht hinterfragen.

  11. Niclas

    „Auch als BP ein paar Tage vor der Explosion am 20. April zwischen zwei Optionen wählen mussten, um das Bohrloch zu ummanteln, eine günstige und eine riskante, zögerten die Ölbosse nicht lange. Sie wählten die billigere.“ (SpOn)

    Wieso soll BP nicht schuld sein? Ich verstehe es nicht…

  12. Ich sehe es genauso. Die Hatz gegen BP ist zwar aus menschlicher Sicht verständlich (man sucht ja immer einen Sündenbock), aber bringen wird sie nichts. Ich verfolge diese Katastrophe jeden Tag und mein Herz krampft sich da jedes mal zusammen. Aber mit Absicht hat das sicher niemand verursacht…

  13. Natürlich sind auch wir Konsumenten daran Schuld, weil wir unseren Lebensstandard halten oder auch verbessern wollen. Aber das jetzt alles gleich zu verurteilen?
    Jeder weiss auch, dass erneuerbare Energien langfristig die Erde länger leben lassen würden -- aber interessiert das jemanden, der mit Öl viel… sehr viel Geld verdient? Sicherlich nicht.
    Egal, wie laut da jetzt auch gebrüllt wird: die Verantwortlichen sitzen letztendlich immer oben -- und die kleben gerne auch auf ihren bequemen Sesseln. Bestraft werden die kleinen Leute vor Ort. Immer!

  14. Ich teile deine Ansicht, dass man BP nicht verurteilen soll, solange nicht nachgewiesen ist, dass fahrlässig gehandelt wurde, vor allem, wenn man selbst nicht bereit ist, auf Energie und Erdöl zu verzichten. Aber auf andere prügeln ist ja immer einfacher, als selbst Verwantwortung zu übernehmen. Das bringt ja auch der oben angeführte Greenpeace-Artikel auf dem Punkt.

  15. Birk

    „Im übrigen halte ich Corexit für fast gefährlicher als das auslaufende Öl.“
    kann ich Claudia nur zustimmen

  16. Jeder Mensch ist Täter und Opfer. Das einzusehen und in Handlung umzuwandeln ist nicht einfach. Hm, es ist einfach ausgedrückt: Lebenslänglich

    Mein Vorschlag (nicht nur) an alle Fotografen: Geht raus und ihr seht den Schrott, den wir hinterlassen.
    Ich war vor einigen Tagen im Wald. Jenseits der Wege und habe soviel Schrott gesehen, ihn fotografiert. Dokumentiert das einfach in euren Blogs. Wir (ver)kaufen und produzieren Schrott!

    Im übrigen halte ich Corexit für fast gefährlicher als das auslaufende Öl.

  17. Birk

    Natürlich ist es zu einfach BP als die klischeemäßige böse Ölfirma darzustellen und natürlich sind wir letztendlich die Abnehmer der Produkte, aber was da passiert ist trotzdem nicht in Ordnung. Ob menschliches Versagen oder nicht, selbst wenn der Unfall vermeidbar gewesen wäre ist es unverantwortlich keinen Notfallplan für so eine Situation bereit zu halten. Unverantwortlich der Umwelt und den betroffenen Menschen gegenüber. Und es ist absolut gerechtfertigt, meiner Meinung nacht, diese Verantwortungslosigkeit anzuprangern. Dass das die schlimmste von menschen Verursachte Katastrophe ist und die Natur auf Jahre/Jahrzehnte hinaus ernsthaft geschädigt ist, dadrüber sind sich ja wohl alle einig. Was die Chemie angeht, die ins Meer gepumpt wird um den ölteppich aufzulösen, ist das eine Sauerei die an die Ursprüngliche Katastrophe fast noch ranreicht. Das Öl verschwindet ja nicht, sondern mischt sich noch besser mti dem Wasser und kann so noch mehr Schäden anrichten, abgesehen von den Chemikalien an sich.

  18. Niclas

    Natürlich ist es nicht damit getan, dass Jemand einfach in die Ecke gestellt und beschimpft wird. Aber der Gegenwind ist eben trotzdem extrem wichtig. Schlimm wäre es doch, wenn sich jeder nach so einer Katastrophe nur sagt, „ach, BP kann ja nichts dafür, das hätte ja jedem anderen Öl-Konzern auch passieren können und außerdem sind wir ja als Konsumenten selbser schuld“.
    Durch die Kritik, die sich BP jetzt gefallen lassen muss, wird doch auch Aufmerksamkeit auf die gesamte Problematik gelenkt. Dass BP jetzt für die gesamte Branche herhalten muss, ist nun mal das Los eines Katastrophen-Verursachers. Natürlich hängt jeder in dieser Kette drin und ist damit auch ein bisschen mitschuldig. Aber mindestens genauso einfach wie die Sündenbock-Taktik wäre es, jetzt einfach jedem die Schuld zuzuweisen, das würde allerdings noch viel weniger bringen.

    BP kann ruhig mal ein wenig einstecken! Meine Meinung.

  19. Was mir einfach sauer aufstößt ist: Man hat viel Geld in Lobbyarbeit investiert um dort überhaupt bohren zu dürfen, man hat ein billiges Ventil eingesetzt und keines, was man quasi per Fernsteuerung schließen kann und das ohne einen Plan B zu haben, kurz gesagt… doch sie sind Schuld. Wenn ich mit meinem Auto fahre und bin der Meinung, ich brauche keine Bremsen, weil ich ja auch mit dem Motor bremsen kann… wenn ich dann einen Unfall baue, wer ist dann Schuld?

    Und wo mein Hybridauto, meine Solaranlage, etc. sind? Kann ich dir sagen, die „spende“ ich immer dem Staat und nenne es Steuern. Ich fahre schon so oft es nur geht Bus und Bahn, alleine schon, weil es sonst zu teuer wäre, ich würde auch gerne ein neues sparsames Auto haben, keinen 15 Jahre alten Kleinwagen… wenn ich wüßte, wie ich ihn bezahlen soll… soviel zu den ganzen Umwelttechnologien. (danke nochmal an die Mehrheit, die CDU und FDP gewählt hat… finde ich gut, dass endlich die Subventionen für Solaranlagen und Ähnliches gekürzt oder abgeschafft werden…)

  20. Niclas

    äh sorry, da muss ich dir wehemend widersprechen. Soweit ich weiß hat BP keinesfalls von Anfang an die eigene Schuld eingeräumt. Stattdessen hat man sich mit 2 anderen Firmen in der Anhörung die Schuld gegenseitig zugeschoben, keiner wollte Schuld sein. Von außenstehenden Experten und Regierungsmitgliedern wird BP vorgeworfen, man wisse überhaupt nicht, was man da tue und ob irgendeine von den Maßnahmen helfen wird. BP hat sich wohl bei dem Ventil am Meeresgrund für eine billige provisorische Variante entschieden (kassiert aber nebenbei ungvorstellbare Gewinne) und hat jetzt keine Ahnung, was zur Rettung der Situation notwendig ist… Scheinbar gibt es keinen geeigneten Notfallplan. Währenddessen beten die Fischer und Hoteliers an der Küste, dass nicht die ganze Existenz drauf geht… Entschuldige bitte, da darf man doch wohl „bashen“ und zum Boykott aufrufen! Meiner Meinung nach genau richtig und ich bin froh, dass so ein Aufstand entsteht.

    Wenn ich dich richtig verstehe, sollen wir jetzt noch extra viel bei ARAL tanken, damit BP schön viel Geld zur Rettung unseres Planeten bekommt? Das glaubst du doch wohl selber nicht, oder?

    Natürlich sind wir alle nicht sündenfrei, aber an dieser Katastrophe haben die Verbraucher mal ausnahmsweise keine Schuld!

    1. Na endlich mal einer, der sich auskennt!

      Von außenstehenden Experten und Regierungsmitgliedern wird BP vorgeworfen, man wisse überhaupt nicht, was man da tue und ob irgendeine von den Maßnahmen helfen wird

      Vorwerfen kann ich allen vieles. Wissen ist etwas anderes!

      hat jetzt keine Ahnung, was zur Rettung der Situation notwendig ist…

      Ich bin mir sicher, daß breitärschige Politiker viel besser wissen was zu tun ist, wenn mal ein Bohrer unter Wasser abbricht als diese ungebildeten kapitalistischen Ölbohrer, die nicht wissen was sie tun!

      Scheinbar gibt es keinen geeigneten Notfallplan

      …eben nur „scheinbar“… und Du meinst mit einem „Notfallplan“ würde es jetzt viel besser aussehen?

      Entschuldige bitte, da darf man doch wohl “bashen” und zum Boykott aufrufen!

      Na klar! Ist doch so viel einfacher! Stell den Sündenbock in die Ecke und zeig mit dem Finger drauf! „Der war´s, der war´s“ Und schon ist allen geholfen!

  21. Wie wahr, wie wahr.
    Ich bin auch immer wieder fassungslos, wenn ich die Bilder dieser Katastrophe im TV sehe. Aber es stimmt schon- all das wäre nicht passiert, wenn nicht jeder einzelne von uns an der immensen Nachfrage beteiligt wäre.

    Und dass genau diese Tatsache immer wieder gerne verdrängt wird und dann einer an den Pranger gestellt wird, der nur unsere Bedürfnisse befriedigt und dieses null hinterfragt wird, macht mich auch genauso wütend.

    Danke für diesen Text, der wirklich mal geschrieben werden musste und eigentlich einem deutlich größeren Leserkreis zugänglich gemacht werden müsste..

  22. Herman German

    Nun ja, das Problem hast du ja mit “ geht jedoch weit über meine Vorstellungskraft, daß irgendjemand in diesem Konzern … billigend in Kauf genommen hat“ umschrieben.

    Aus unerfindlichen Gründen tendieren die meisten Leute dazu, nicht recht an „das Böse(TM)“ glauben zu wollen, obwohl es ihnen doch tagtäglich vorgelebt wird. Die Wahrheit ist, Dinge wie diese werden billigend in Kauf genommen. Verbilligend wäre sogar noch präziser formuliert.

    Dass Homo Sapiens das irgendwie nicht so recht in seine Birne bekommt und keine Reaktionsmechanismen dazu entwickelt, tja. Nach Darwin hiesse das wohl …

    Ansonsten stimmt natürlich ebenfalls, dass BP hier gerade nur als plakativer Jesus für die Sünden aller herhalten muß. Schulddiskussionen scheinen aber allgemein bequemer und telegener als echte Konsequenzen. Weg des geringsten Widerstandes und so ….

  23. Also ich denke, dass keiner von uns beurteilen kann, welche Stoffe in dem Moment aus welchen Gründen weniger gefährlich/schädlich sind. Es ist immer einfach von außen die Schuld den fetten Managern zu geben oder ihnen bei „Rettungsversuchen“ wieder wirtschaftliche Interessen vorzuwerfen. Gerade momentan, wo ständig über zu hohe Managergehälter gestritten wird, findet man mit derartigen Aussagen schnell eine große Hörerschaft.

    Was Steffen jedoch meint, und da kann ich ihm vollkommen zustimmen, ist dass jeder von uns BP nun als den Teufel sieht, das große Böse, dass unsere Umwelt zerstört.
    Wenn aber jeder von uns nur so viel Disziplin hätte, seinen Müll dort zu entsorgen, wo er hingehört, oder auf modernere, umweltverträglichere Dinge zurückzugreifen (Das Beispiel mit denn Akkus finde ich sehr gut!), könnte jeder seinen eigenen Beitrag dazu leisten, dass wir eine bessere Umwelt haben.
    Denn BP trifft wohl weniger Schuld an Umweltverschmutzung, als unser aller Umweltvergehen, die wir so „nebenbei“ begehen.

    Sollte man sich vielleicht mal Gedanken darüber machen.
    Klar ist verherend, was da passiert ist, keine Frage. Und wahrscheinlich ist auch, dass menschliches Versagen eines/mehrerer BP-Mitarbeiter der Auslöser dafür war.
    Dennoch bringt das sich selbst mal an die Nase fassen mit Sicherheit mehr. Denn es sind nicht zwingend die großen Skandale, die unsere Umwelt zerstören, sondern die vielen, kleinen Vergehen, die wir so Tag für Tag begehen.

    Christian

  24. 1. Schön, dass du Arbeitsplätze vor tote Tiere stellst. 2. Es geht nicht nur darum, was BP da angerichtet hat, sondern auch mit welchen Mitteln es gegen die Katastrophe vorgeht. Zum Beispiel lieber giftige Säure ins Meer zu schütten, weil korrupte Vorstände das so wollen, anstatt auf weniger schädliche Stoffe zurückzugreifen, an denen sie nichts verdienen. So schaut’s aus.

    http://tinyurl.com/2fkawpw

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