6
Feb
2019
10

VSCO – Alternativen

Einer der souveränsten Anbieter der von Fotografen heiß-geliebten (und gehassten) Lightroom-Presets „VSCO“ beendet nun also seinen Home-Run und zieht sich aus dem Lightroom-Preset Geschäft zurück, um (so die offizielle Ankündigung) sich mehr auf das „Mobile“-Kerngeschäft zu konzentrieren.

Ich mochte die Presets sehr und habe über die Jahre bei fast allen Paketen zugeschlagen. Wenn ich jedoch mal meine real genutzten Lightroom-Vorgaben durchzähle, bleibe ich bei einem- bis maximal zweien hängen. Und die nutze ich schon seit Jahren. Ein wenig melancholisch werde ich allerdings schon, denn die Möglichkeit mich in verschiedenen Farblooks auszuprobieren, hat mir doch schon sehr geholfen, meinen Look zu finden.

Ich kann mir momentan nicht vorstellen, dass sich da bei mir noch grundlegend was ändert, aber spannend finde ich die Möglichkeiten immer noch. Für all die, die im Look & Feel ihrer Aufnahmen noch gern herum experimentieren wollen, habe ich mal (die aus meiner Sicht) geschmackvollsten Alternativen zum gegangenen Platzhirschen VSCO zusammengestellt.

  1. Allen voran will ich RNI empfehlen. Die Abkürzung steht für „Really Nice Images“ und das sind sie wirklich. Im Paket finden sich neben den üblichen Verdächtigen, ziemlich gute Kodachrome 64 Emulationen, die ich in der Konsequenz nirgendwo anders gefunden habe. Auch das zugehörige Toolkit bietet schnelle Drehschrauben. Was ich an RNI aber vor allem schätze, ist das Smartphone App, welches die Presets parallel auch gleich für Aufnahmen, die mit dem Smartphone gemacht wurden, anbietet.
  2. Presets werden ja mittlerweile von einer ganzen Reihe von Fotografen angeboten und der Überblick ist nicht immer einfach. Sicherlich bauen eine Menge dieser Presets auch auf die Basics von VSCO auf, doch finden sich im Gewühl auch Fotografen, denen ich Ihre Arbeit an ihren Presets abnehme und sie gern unterstütze. André Duhme ist einer von ihnen und seine Presets waren auch für mich ein echter Gewinn: https://theclassicpresets.com 
  3. Seitdem ich mich mit Hochzeitsfotografie beschäftige, waren Paul liebt Paula immer eine große Inspiration. Als die beiden dann irgendwann ihre Presets anboten, war ich sofort dabei. Ich mag bei den Presets vor allem die Variationen „In the Wood“ und „Muted Color“, die mir bei einigen Aufnahmen in miserablem Licht oft schon sehr geholfen den Arsch gerettet haben.
  4. Björn von Hafenliebe kenne ich nun schon seit seinen (und meinen) ersten fotografischen Gehversuchen. Er geht seinen Weg und zieht sein Ding durch, was mir großen Respekt abverlangt. Nicht nur seine Presets sind auf den Punkt, man kann ihm bei der Bearbeitung seiner Bilder auch locker über die Schulter schauen und dabei eine Menge lernen.
  5. Neu im Presets Game ist mein lieber Kollege Ben Bernschneider. In seinem frisch gegründeten Bambamclub bekommt man neben wirklich frischen Looks, jeder Menge Inspirationen auch einen super-interessanten Podcast rund um das Thema Fotografie.

In den kommenden Jahren wird sich das Karussell bestimmt weiter drehen und ich bin sehr gespannt, wann es der erste Kamera-Hersteller endlich schafft, User Presets bereits in die Kamera zu integrieren. Zeiss geht da sicherlich schon in eine interessante Richtung, die mir momentan aber irgendwie noch zu verkopft wirkt. Wie sagt der Kaiser? Schau mer mal, dann sehn wir schon.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und eine wundervolle Woche wünscht

der Stilpirat

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