29
Mrz
2010
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Shooting mit Interview: Musik-Produzent Achille Fonkam

Als ich Achille Fonkam vor etwa 2 Jahren kennen lernte, stimmte die Chemie zwischen uns sofort. Der Produzent mit eigenem Studio in Hamburg Eimsbüttel – das auf den seltsamen Namen „Tshak-k-Boom“ hört – vermittelt seinem Gegenüber innerhalb weniger Minuten das Gefühl, sich sofort mit ihm und einer Stiege Wein zurück zu ziehen und über die wichtigen Dinge des Lebens zu reden. Man hört ihm irgendwie einfach gern zu.

Der musikverrückte Songwriter, dessen Wurzeln in Kamerun liegen und der später in Paris aufwuchs, schätzt starke Persönlichkeiten. An der Seite von Franz Plasa (Selig, Echt) hat er eine Zeit lang in den Home-Studios auf höchstem Niveau produziert und nun im eigenen Studio gerade die Arbeit am neuen Yvonne Catterfeld Album Blau im Blau abgeschlossen.

In den letzten 2 Jahren haben wir ne Menge zusammen gemacht. Angefangen hat alles mit der Umsetzung seiner Website und seines Fonkam-Logos. Mittlerweile bin ich als freier Kreativer fester Bestandteil seines Teams und sozusagen das rechte Auge des Kapitäns. Es wurde Zeit ihn abzulichten und dabei einige Fragen zu stellen.

Achille, Du magst starke Persönlichkeiten. Ist es im Musikbusiness nicht viel einträglicher „Dummchen“ zu casten?
Mir ist besonders wichtig, dass ein Künstler schon mitbringt, was man später kaum künstlich erzeugen kann: Persönlichkeit, einen hohen Wiedererkennungswert und eine sympathische Ausstrahlung. Von vielen Managern würde ich mir mehr Leidenschaft und Bereitschaft für neue Wege wünschen. Die Authentizität eines Menschen ist für mich zunächst der entscheidende Faktor, um mich überhaupt für eine Zusammenarbeit zu entscheiden. Wenn jemand voll hinter dem steht, was er tut, spürt man diese Leidenschaft in jeder Faser seines Körpers. Später, beim Musizieren, ist das für mich und mein Team die Haupt-Inspirationsquelle.

Was macht Fonkam Music anders als die anderen?
Gerade weil es der Musikindustrie nicht besonders gut geht, ist es wichtig, dass kleine Formationen wie Fonkam Music den Markt mit neuen Geschäftsideen beflügeln. Wie die Anderen genau arbeiten, weiß ich nicht, deswegen kann ich meine Arbeit mit nichts vergleichen. Es fällt mir nur auf, dass ich mit den Sachen, die mir vorgespielt werden, wenig anfangen kann. Und genau das ist mein Antrieb, um es anders zu machen. Die Geschichte hat gezeigt, dass aus solchen kleinen, ambitionierten Einheiten, die größten Erfolge entstehen. Wir möchten die Musik sicher nicht neu erfinden, aber es ist unser Anspruch beliebte und einfache Sounds genial zu variieren.

Was macht die Musikindustrie Deiner Ansicht nach falsch?
Hoppla! „Falsch“ lass ich mal dahin gestellt. Menschen kaufen kaum noch Cds. Die Haltung der Majors, die zu ihrem schechten Ruf führte, ist meiner Meinung nach eine der möglichen Konsequenz.

Glaubst Du, daß sich die Majors aus der Krise selbst befreien können und wie kannst Du als Produzent dazu beitragen?
Selbstverständlich können und müssen die Majors sich selbst aus der Krise helfen. Eine andere Konsequenz wäre z.B. die Produkte, die man herausbringt, gegenüber der Konkurrenz aus der Film und Computer-Spiel Branche, konkurrenzfähiger zu machen. Das geht nur über Qualität. Ich sehe meine Aufgabe als Produzent dafür zu Sorgen, dass Majors Künstler mit einer Solchen Qualität nicht unentdeckt bleiben.

Wie kam es eigentlich zur Zusammenarbeit mit Yvonne Catterfeld?
Yvonne’s Impressario Jürgen Otterstein, nach dem er einige meiner Songs gehört hatte, hat uns einander vorgestellt. Yvonne war schon lange auf der Suche nach dem richtigen Sound, nach den richtigen Liedern und nach dem richtigen Gefühl um ein fünftes Album einzugehen. Yvonne und ich haben uns gesehen und wussten sofort, dass wir zusammenarbeiten möchten.

Letzte Frage: Wieso heisst Dein Studio Tshak k´Boom?
Wir versuchen Musik einfach und reduziert zu produzieren. Wenn ein Beat einfach ist, nenne ich ihn gerne „Tshak k´Boom“. Wichtig ist aber die Variation des BOOM TSHAK. So kam ich auf Tshak k´Boom. Gerade die solistische Unterbrechung des regulären „BOOM TSHAK“-Beats, verleiht einem Titel seine besondere Note. Auf englisch könnte ich auch sagen: „That sound… and then some“. Das heißt soviel wie: Da ist ein bestimmter bekannter und beliebter Sound – aber richtig los, geht es eigentlich erst danach.

Ja das leuchtet ein!

So und nun Fotos…

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5 Responses

  1. Pingback : Shooting & Listening to Joel Havea | Der Stilpirat

  2. Danke für den Link!
    AL ist immernoch das Beste was man bekommen kann… sehr schön natürliche Bilder. #2 + #4 sind meine Favoriten.

    Kamen die Pressebilder gut an?

  3. Wow, wieder mal wahnsinnig gut. Wenn ich mal Portraits brauche, weiß ich wo ich klingel. Oder wenn du mal ein Opfer für die Kamera brauchst.

    Achja, wir sollten auch mal wieder zusammen auf die Jagd gehen. Ein Night-Photowalk wollten wir mal machen!

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