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Mrz
2010
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Beute: Nikon D3s

Nachdem mich mein Lieferant am Samstag nach 2-monatigem Warten mit der Mitteilung schockierte, daß er meine Bestellung ob fehlender Lieferbarkeit des Herstellers nicht ausführen werde können, war der Tag erstmal hin. Die Nikon D3s – man glaubt es kaum – ist seit ihrem Erscheinen offenbar nur einigen Wenigen vorbehalten. Ein wenig in der Klemme war ich, denn die Anzahl und Güte meiner Aufträge ließen keinen weiteren Aufschub zu und die Einschläge kommen dichter. So griff ich zum Telefon um mir bei IPS Hamburg zumindest ein Leihgerät zu sichern und wie der Zufall es wollte: Hier war gerade ein Exemplar des Wunder-Boliden auf Lager. Glück muß man haben!

Mein erstes Shooting war bereits am selben Tag und so kam ich mit dem Golgelben Karton und einem Rucksack voller Objektive zum Shooting. Und hier spielte Nikon bereits den ersten Trumpf aus: Das Schnellladegerät!
In zwei Stunden wurde der Wunder-Akku der D3s (der immerhin über 4.000 Bilder schaffen soll) bis an den Rand aufgeladen. Zeit genug um das Shooting vor Ort vorzubereiten und einen Blick auf die Bedien-Elements der D3s zu werfen.

Für Nikon-User ist die Anordnung und Bezeichnung der Bedien-Buttons keine Überraschung. Alles ist da, wo man es erwartet und funktioniert so wie es sollte. Ein Studium der Bedienungsanleitung könnte ich mir – zumindest für dieses Shooting – sparen. Das Shooting war in einem Hamburger Ton-Studio. Hier sollte ich Produzent Achille Fonkam sowie seinem Team in der Kulisse des Studios zu neuen Pressebildern verhelfen. Das Studio ist lichttechnisch gesehen natürlich eine Katastrophe. Es gibt keine Fenster und nur kleine schwachbrüstige Deckenleuchten. Eigentlich genau richtig für die D3s. Ich säbelte die Empfindlichkeit zunächst in erschwingliche 2.000 ISO und das Wunderwerk der Technik entpuppt sich als Heilsbringer. Rauschfrei und knackscharf konnte ich selbst in dunklen Ecken mit vorhandenem Licht arbeiten. Ich wagte im Verlauf des Shootings bis 4.000 ISO vor  und auch hier: Keine Spur von Rauschen! Die Bilder des Shootings sind noch nicht freigegeben – insofern bitte ich meine verehrte Leserschaft um etwas Geduld. Im Laufe der nächsten Wochen wird hier immer wieder Material folgen…

Natürlich konnte ich die Kamera am vergangenen Wochenende nicht aus der Hand legen. Zunächst wollte ich Ihre Grenzen kennen lernen. Doch bitte erwartet von mir keine Testbilder mit Wassergläsern auf dem Tisch und umfangreichen ISO Reihen… das können andere besser. Genug Testberichte und Vergleichsbilder von Profis sind ja vorhanden (inkl. Nikon vs. Canon Bashing):

http://www.neutralday.com/canon-eos-1d-mark-iv-vs-nikon-d3s-iso-comparison

http://www.digitalkamera.de/Testbericht/Nikon_D3S/6302.aspx

Mein erstes Fazit nach zwei Tagen fällt natürlich erwartend positiv aus. Für eine UVP von 4.999,- € sollte man etwas erwarten. Bis 6.400 ISO ist bei entsprechender Belichtungszeit ein professionell nutzbares Ergebnis zu erzielen. Alles darüber ist zwar verwendbar, jedoch nicht als unbedingt Hochglanz-Doppelseite… Wobei ich sagen muß, daß das sichtbare Rauschen ab 12.800 ISO durchaus charmant ist und als Körnung durchgehen könnte…

Doch ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen, die ich bisher in keinem Testbericht gelesen habe. Auch bei der Wunderkamera gibt´s nämlich ein paar Schwachpunkte:

  • Mir fehlt ein zuschaltbares Gitter im Sucher, so wie ich es von meiner D90 kenne. Warum dies bei der D3s nicht umsetzbar ist, mag ich nicht nachvollziehen. Einzig eine elektronische Wasserwaage die im Sucher zuschaltbar ist, gibt einen Hinweis darauf, ob man die Kamera gerade hält.
  • Der „Flüstermodus“  – also die leise Auslösung (für Tierfotografen gedacht) ist – zumindest bei meinem Exemplar – ein Witz. Ich würde den Modus nicht als „leiser“ sondern nur als „anders laut“ bezeichnen.
  • Fast jede Taste auf der Rückseite ist frei belegbar, was wirklich klasse ist! Denn so kann man sich die Kamera im Handling auf seine persönlichen Anforderungen konfigurieren. Einzig die für mich als RAW-Fotograf total unnütze Weissabgleichstaste ist nicht frei belegbar…

Das gute Stück wird mich nun ein gutes Stück meines Weges begleiten und hoffentlich einige wertvolle Momente festhalten. Die Nikon D3s gibt mir ein unfassbares Maß an Freiheit. Endlich kann ich mit Blende und Zeit arbeiten wie es daß Motiv verlangt – und nicht das Licht!

UPDATE:

Naja, nun „zwingt“ ihr mich ja doch zu ein paar Testbildern. Natürlich lassen sich auch noch mit 12.800 ISO auch professionell brauchbare Bilder schiessen, solange etwas Licht da ist und die Belichtungszeit nicht unbedingt 1/600 betragen soll. Das hier habe ich eben mal gemacht: http://sehpara.de/d3s/01-2010-1009.jpg (ISO 12.800 mit 1/200). Spannend wird das ganze aber wirklich erst im Dunkeln: Bei ISO 2.000 im Dunkeln sieht es so aus: http://sehpara.de/d3s/01-2010-0660.jpg Bei ISO 6.400 im Dunkeln so: http://sehpara.de/d3s/01-2010-0992.jpg… Mehr Infos gibts in den EXIF Dateien

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14 Responses

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  6. Wow, herzlichen! Die Fotos mit der hohen Iso-Zahl sind sehr beeindruckend, damit kann man derbe Spaß haben. Freu mich auf die ersten Ergebnisse, Donnerstag? 🙂

  7. @stilpirat: Klar, das kommt immer auf die spezielle Situation an. Die Leistung ist schon gut, aber bei ISO 6400 haut mich das jetzt nicht so sehr von Hocker, als dass ich Nikon dieses Jahr schon die 4200 Euros spendiere statt erst in zwei oder drei Jahren, wenn meine D3 ihre 500.000 voll hat.

  8. Erstmal Glückwunsch zur neuen Kamera!
    Schliesse mich aber Peters Meinung an: ISO6400 ist auch schon mit der D3 drin. Die Sportbilder mit dieser ISO Zahl in meinem Blog kennst Du ja.

  9. Naja, da sollte aber eigentlich ein wenig mehr drin sein -- Doppelseiten mit ISO 6400 gingen auch mit der alten D3 gut.

    Der Akku ist übrigens der selbe wie bei der D3, da war die Anzahl der Auslösungen auch schon gigantisch. Die erste Kamera, zu der ich keinen Zweitakku gekauft habe 😉

    Viel Spaß mit dem Teil!

    1. Naja, nun „zwingt“ ihr mich ja doch zu ein paar Testbildern. Natürlich lassen sich auch noch mit 12.800 ISO auch professionell brauchbare Bilder schiessen, solange etwas Licht da ist und die Belichtungszeit nicht unbedingt 1/600 betragen soll. Das hier habe ich eben mal gemacht: http://sehpara.de/d3s/01-2010-1009.jpg (ISO 12.800 mit 1/200). Spannend wird das ganze aber wirklich erst im Dunkeln: Bei ISO 2.000 im Dunkeln sieht es so aus: http://sehpara.de/d3s/01-2010-0660.jpg Bei ISO 6.400 im Dunkeln so: http://sehpara.de/d3s/01-2010-0992.jpg

  10. Na das hört sich doch super an. Allen Anschein nach lohnt sich alleine ein Umstieg von D3/D700 schon wegen der ISO-Leistung. Bin mal gespannt was der Nachfolger der D700 so bringt. Mein Neid sei Dir bis dahin gewiss 😉

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