3
Apr
2016
8

Wochenrückblick (7) – Vietnam du Rampensau!

Ich bin echt schon vier Wochen hier und mein Zustand ist unverändert. Zudem stelle ich fest, mit wie wenig Kram ich so klar komme und sehr glücklich sein kann. Und dann Geschichten wie diese: Heute morgen 6 Uhr wache ich auf, mit ein wenig Melancholie im Herzen. Ich mache mich auf, zu einem Morgenspaziergang um den nahegelegenen Hoan Kiem See, die Seele auftanken, schöne Gedanken sammeln, ihr kennt das. Ich setze mich irgendwann auf eine Bank und hänge meinen Gedanken nach, als ein süßer Opi auf mich zukommt, mir freudestrahlend die Hand gibt und sich neben mich setzt. Er erzählt mir jede Menge schöne Sachen, davon bin ich überzeugt, denn seine Augen strahlen und seine Hände untermalen leidenschaftlich das Gesprochene, allein mein vietnamesisch ist nicht auf seinem Niveau. Ich nicke und freue mich, als er mich plötzlich in den Arm nimmt und drückt, sehr lange und sehr intensiv. Ich bin irgendwie nicht mal irritiert, sondern geniesse diesen Moment mit diesem, mir fremden Opi, der mir gerade sehr Nahe ist. Es ist 7 Uhr morgens, mitten im nebligen Hanoi und ich sitze auf einer Bank und halte einen, mir fremden Opi im Arm, feucht-augig.

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Vietnam, du alte Rampensau, gibst du gerade ein Konzert, oder so was? Hattest du dir überlegt, dass ich gerade irgendwas in der Art brauchte und dann, zack – den Verstärker aufgedreht und „Nimm das Böttcher“…?

Hatte ich befürchtet, dass mich Vietnam, ich mach ja Dinge ungern zweimal, irgendwann auch langweilen könnte, sehe ich diesen Umstand mittlerweile mehr als gegenteilig und schmiede bereits Pläne für den Herbst. Und weil wir gerade dabei sind, für das nächste Frühjahr gleich mit. Wer also gern mal mitkommen will auf diesen Wahnsinns-Trip, kann sich gern hier informieren und anmelden.

So, und was habe ich sonst so getrieben in der letzten Woche?

  • Glieder entstaubt in Phu Quoc: check
  • Paddeln an der Küste im Sonnenuntergang: check
  • den lieben Gott einen guten Mann sein lassen: check
  • zurück nach Hanoi geflogen und die Teilnehmer der zweiten Tour begrüßt: aberhallo

Achja, was macht eigentlich mein Widelux-Projekt? Ok, ich gebe zu, es ist schon irgendwie komisch, so keinerlei Kontrolle darüber zu haben, was man gerade an Material wirklich sicher hat, aber ich sag mal so: Wenn ich die Filme am Ende alle heil nach Hause kriege und die Kamera irgendwie keinen Scheiß gebaut hat und ich den Fokus immer richtig geschätzt habe und die Belichtung immer richtig gemessen habe und ich dann beim Entwickeln der Filme später keinen Scheiss baue, könnte das richtig, richtig geil werden. Wenn irgendein verschissenes Glied in dieser Kette von Eventualitäten auf dünnem Eis schlittert und einbricht, werde ich alles, was ich analogem Kram noch herumstehen habe, mit einem Lächeln im Gesicht mit einer riesigen Axt zertrümmern und nie wieder einen Scheiß Film belichten. Nehmt mich beim Wort!

Hier, wie immer an dieser Stelle ein paar Ricoh-GR-Knipsbilder der letzten Woche ohne Anspruch auf Fotografie-Revolution:

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6 Responses

  1. Chapó, deine Reisedokumentation ist wirklich klasse.
    Die Art darüber zu berichten und dabei noch in deiner Schreibweise gefallen mir besonders.
    Ich war in den letzten Jahren auch viel unterwegs und beruflich auch häufig in Asien (leider nur selten mit meiner Kamera unter’m Arm).
    Allerdings ist dieser Teil der Welt schlicht ein anderer als wir es aus unserer wohlstandsverwöhnten Heimat kennen.
    Also, noch mal Chapó, Respekt und weiter so!
    Ich bleibe auf jeden Fall Follower ?

  2. Markus M. Schmidt

    Stephen,

    Thema Widelux: wenn ich das damals im Praktikum mit null Erfahrung in Pano-Fotografie total blauäugig hinbekommen habe, dann schaffst du das auch. Aber so was von locker! Mach dir keinen Kopf, alles wird gut!

    Liebe Grüße
    Markus M. Schmidt

  3. Hallo Steffen 🙂
    Dank dir für die tollen Berichte. ich lese in voller Vorfreude auf unseren Vietnam Urlaub fleissig mit 🙂
    Wenn dir das Risiko nicht zu gro erscheint, kannst du es auch in Hanoi mal mit einem Labor versuchen. Ich war letztes Jahr bei X-Lab und habe dort meine Filme entwickeln und scannen lassen: https://www.facebook.com/xLabvn/?fref=ts
    schau mal ob du es findest? richtige Adressen gibt es da in der Altstadt ja kaum *g
    Liebe Grüße und weiterhin viel Spass und so tolle Erlebnisse!
    Matthias

  4. Hallo Steffen,

    ein wundervoller Wochenrückblick, denn Du für uns geschrieben und visualisiert hast! Danke. Ich wünschte, ich könnte das auch öfter mal machen.

    Zum Thema „keine Fotografie-Revolution“: muss es diese immer sein? Die Erwartungshaltung der Anderen und meist auch die eigene ist oft recht hoch. Doch ich finde die gezeigten Fotos toll. Komischerweise gefällt mir gerade das letzte Foto in dem Artikel besonders gut. Warum? Weil es vielleicht irgendwie meine Gefühlslage widerspiegelt.

    Wenn Du einen überraschten Blick einer Teilnehmerin haben möchtest, dann sage Anne Beringmeier einen lieben Gruß von mir 🙂

    Ich freue mich schon auf weitere Geschichten und Fotos von Dir, Deinen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

    Und irgendwann, so hoffe ich, werde ich Dir all das auch einmal persönlich sagen können.

    Bis dahin

    die besten Wünsche
    Sven

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