26
Feb
2009
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(Wie) sag ichs dem Kunden?

wiesagichsdemkunden

Da sitzt man einige Tage an Layout und Programming für die wirklich gelungene Website eines mittelständischen Unternehmens und möchte die Usability mit dem Kunden gemeinsam durchgehen als der vor Ort Termin beim Kunden zum Desaster wird und man sich nichts sehnlicher wünscht als die Wahrheit sagen zu dürfen.
Bereits beim Betreten des total verqualmten Museums für Büromöbel der achtziger Jahre Büros habe ich großen Respekt vor dem Alter der hier benutzten Computer gelben Seitlinge und frage mich wann ich das letzte mal Diskettenlaufwerken gesehen habe. Dass Monitore von Kunden unter Windows offenbar grundsätzlich falsch eingestellt sind – daran habe ich mich gewöhnt. Es ist auch hier der Fall doch mehr als ein leises Schluchzen bringe ich jetzt nicht heraus. Hier brauche ich kein Verständnis für meine Kritik über diesen Umstand erwarten. Als mein Auftraggeber dann den gefühlten Explorer 5 auf Windows 98 öffnet (glücklicherweise nicht mit einem 128k Modem), läuft es mir eiskalt den Rücken runter. Das Desaster beginnt: Der Browser quittiert beim Aufruf der Test-Seite seinen Dienst und ich erlaube mir die höfliche Frage ob man jemals über ein Update der Hard- und Software nachgedacht hätte. Die so einfache wie einleuchtende Antwort „der funktioniert doch noch“ nimmt mir die Überzeugung hier heute noch weiter zu kommen. Ich folge der einleuchtenden Argumentation, daß ich meine Arbeit dann wohl nicht richtig gemacht hätte wenn das Programm beim Aufruf der Seite abstürzt. Erklärungsversuche werden nicht zugelassen! Ein letztes Aufbegehren doch wenigstens den Explorer zu updaten wird mit wiederum äußerst schlichter Kenntnisfreiheit „Hier wird nix aus dem Internet herunter geladen!“ quittiert.
Ich bin nun überzeugt, daß mir hier eine schlichte html-Tabelle (Mitte der 90´er) schneller ans Ziel näher gebracht hätte und gebe mich geschlagen, auch weil ich merke, daß im Verlauf der weiteren Diskussion jedes Verständnis für Internet und die sich damit ergebenden Möglichkeiten fehlt. Schulterzuckend brummel ich ein „Leidenschaft ist Auslegungssache“ in mich rein und mach mich hängenden Hauptes vom Acker!

Was habe ich gelernt? Ich lege Kunden mit derartiger Ausstattung in Zukunft einen PC oben drauf!

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