12
Jun
2017
4

Scheitern für Anfänger

Als die liebe Maggie Herker mir im letzten Jahr schrieb, sie würde gern ein neues Format mit demTitel „Scheitern für Anfänger“ auf die Beine stellen und ich sei ihr als erstes in den Sinn gekommen, musste ich nachdenken. Zerrt man mich nun schon als „Berufs-loser“ vor die Kamera? Da hab ich ja ein grandioses Bild von mir aufgebaut. Wobei… ich bekomme oft Post, von Leuten, die mir schreiben, dass ihnen meine Historie des Scheiterns irgendwie auch geholfen hat. Scheitern mag keiner, scheitern ist „Bäh-Bäh“, ist „zeig-mit-dem-Finger-drauf-und-lach-noch-mal-höhnisch“. Und doch gehört es zum Leben. Heute weiß ich: Wenn man oft genug gescheitert ist, hat man gut Übung darin und es verliert seinen Schrecken. Die große Angst vor dem Scheitern lähmt uns und lässt die ganz großen Ideen verpuffen… Angst ist ein dunkler Raum der Langeweile produziert. 

Der Satz, der bei mir irgendwann alles veränderte war: „Was würdest du tun in deinem Leben, wenn du wüstest, dass du nicht scheitern könntest?“ Und dann fragte ich mich, wie berechtigt ist die Angst vor dem Scheitern denn eigentlich? Und wie schlimm, wenn man es dann doch tut? Also scheitern. Ich bin dutzende Male gescheitert und irgendwie stolz auf jedes Einzelne Mal. Mir ist egal, dass das Wort negativ konnotiert ist. Ich habe im Scheitern das meiste gelernt.

You live just to play the game! Wir alle haben eine Einladung vom Leben erhalten, im Spiel des Lebens mitzuspielen. Ich habe sie angenommen und bin ein paar mal rausgeflogen. Na und? Ich denke oft, es ist wie bei „Mensch ärgere dich nicht“: Irgendwann hast du wieder deine drei Sechsen und dann setzt du deine Figur auf den ersten Step und alles beginnt von vorn…

Ich habe mit Maggie ein Stündchen über mein Scheitern gequatscht und hoffe, ich kann einigen von Euch ein bisschen Mut machen, dass das Leben nicht immer geradeaus läuft. Am Ende geht es nicht darum, was dir widerfährt, sondern nur wie du darauf reagierst, was dir widerfährt… In diesem Sinne, viel Spaß bei Schauen…

6 Responses

  1. Sylvia

    Erfolgreich zu sein bedeutet nicht es beim ersten Mal zu schaffen, sondern öfter zu scheitern als alle anderen. Ich finde da ist schon etwas wahres dran. Erfolg kommt eben nicht von selbst. Sehr spannendes Thema finde ich. Schade das in unserer Gesellschaft scheitern so negativ behaftet ist. Ein Kind braucht ja auch einige Anläufe bis Laufen oder Radfahren gelernt sind und keiner erzählt später das er nur 3 Versuche oder 25 gebraucht hatte.

    Liebe Grüsse
    Sylvia
    http://www.mirrorarts.at -- Fotoblog

  2. Ralf H. Badera

    Ein wichtiger positiver Beitrag für all diejenigen, die nur zaudern, hadern, grübeln und „aber dann kann doch dies und jenes passieren“ oder auch „aber wenn das nicht klappt“ quasi verinnerlicht haben. Und von denen, so habe ich den Eindruck, bin ich umzingelt. Unglaublich viele Menschen ticken heutzutage so und faseln faseln faseln statt einfach mal zu machen, einfach loszulegen.

    Mein Trainer hat mir einmal gesagt: „Fortschritte erzielt man erst dann, wenn man sich aus seiner Komfortzone heraus begibt.“ Genau das ist es auch beim Zaudern wegen der Angst zu versagen. Das Neue liegt außerhalb der eigenen Komfortzone. Niemand begibt sich gerne daraus, sie ist eben, wie der Name schon sagt, komfortabel. Aber wenn man sie nie verlässt, wird sich auch nie etwas ändern. Ganz simple Logik. 😉

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