13
Jan
2010
0

Plaste und Elaste aus Schkopau

Wer kennt ihn nicht, den „Claim aller Claime“ der einstigen DDR.. Orange-rot prahlte der Chemiegigant „Kombinat VEB Chemische Werke Buna„einst auf Autobahnen und in den Sport-Stadien der DDR mit seinen Erzeugnissen. Doch die wenigsten wissen, was sich dahinter verbirgt. Das Kombinat VEB Chemische Werke Buna (kurz BUNA) war nicht der größte aber einer der größten Chemiegiganten der DDR. Nach der Grundsteinlegung 1936 durch die IG Farben, wurde dort vor allem künstlicher Kautschuk produziert. Dieses riesige Werk beschäftigte in Hochzeiten 18.000 Menschen und glich einer kleinen Stadt.

Vor  20 Jahren beendete ich dort meine erste Ausbildung als Chemiker und macht mich anschliessend sofort „vom Acker“. Das war definitiv nicht was ich wollte. Die Erinnerungen an die Zeit dort verblassen langsam, ich kann mich jedoch ziemlich genau erinnern, daß es im Werk nur eine Farbe gab: Knallgrau. Die Häuser, die Strassen, die Rohrleitungen und auch die Arbeiter waren alle irgendwie „grau in grau“. Einen Farbfilm zu belichten machte dort überhaupt keinen Sinn… und verboten war es außerdem strengstens (wobei ich glaube, es ging eher ums „Schämen“ als um Geheimes)

Nun bekomme ich nach all den Jahren Fotografien zugespielt, die das damalige Werk von „Innen“ zeigen. Es ist vor allem die Seltenheit die diese Bilder interessant machen, denn wie gesagt: Fotografieren war verboten. Sie sind künstlerisch und fotografisch nicht wirklich von Belang, erlauben jedoch ein Blick hinter die Kulissen. Und ich „schwelge“ in Erinnerungen und kann kaum glauben, das es das wirklich mal gab und ich dabei war…

You may also like

Interview mit Andreas Chudowski
Ich mag die Stimmung

3 Responses

  1. Sehr interessant, wirklich. Ich komme ursprünglich aus der Ecke (Merseburg) und das ist ein Stück Geschichte, mit dem ich aufgewachsen bin.

    Grauer Schnee gehört auch dazu.

    Ich mag Dein Blog und werde mich nun mal genauer hier umsehen. Danke für die Bilder.

  2. Man muß froh sein, daß das mittlerweile vorbei ist. Auch wenn es die eigene Geschichte und etliche tausend Arbeitsplätze betrifft.
    Die Umweltzerstörung im Chemie-Dreieck war einfach zu gigantisch.

Leave a Reply