1
Sep
2009
0

Naturtalent

In meiner kleinen Reihe “auf dem Weg zum perfekten Foto” bin ich in der Fotocommunity auf Ulrike S. Hardberck aufmerksam geworden. Ein schwarz/weiß Foto ihres Sohnes hatte es mir besonders angetan. Es ist nicht aufregend oder sonderlich nachgearbeitet – es fängt einfach nur einen perfekten Moment ein und ist bis heute eines meiner Lieblingsfotos.
Ein Blick in die Fotogalerie der 45- jährigen Fotografin, zeugt von viel Erfahrung und Leidenschaft für die Fotografie. Ihre Bilder benötigen augenscheinlich recht wenig Nachbearbeitung – sie sind “von sich aus”  schön. Mich beruhigen ihre Bilder sehr…
Ich bat Sie um ein kleines Interview und freue mich, Euch die Weilheimerin Wehrheimerin vorzustellen…

hardberckIn meiner kleinen Reihe “auf dem Weg zum perfekten Foto” bin ich in der Fotocommunity auf Ulrike S. Hardberck aufmerksam geworden. Ein schwarz/weiß Foto ihres Sohnes hatte es mir besonders angetan. Es ist nicht aufregend oder sonderlich nachgearbeitet – es fängt einfach nur einen perfekten Moment ein und ist bis heute eines meiner Lieblingsfotos.

Ein Blick in die Fotogalerie der 45- jährigen Fotografin zeugt augenscheinlich von viel Erfahrung in der Fotografie, dabei beschäftigt sie sich gerade mal seit zwei Jahren etwas intensiver damit – ein Naturtalent! Mich beruhigen ihre Bilder sehr…

Ich bat Sie um ein kleines Interview und freue mich, Euch die Wehrheimerin vorzustellen…

Am Anfang steht ein kleiner Blick auf das Equipment an:
Nikon D3, Nikon D70s und einige alte Analogkameras (Minolta XGM, Nikon F80). Letztere sind aber nicht mehr in Gebrauch. Heute nutze ich fast immer die D3 und weiche nur dann auf die D70s auf, wenn ich nicht auffallen möchte (was mit der D3 leider kaum vermeidbar ist).

Objektive:
zahlreiche, alle Nikon: 14-24AF-S 2,8 / 24-70 AF-S 2,8 / 70-200 AF-S VR 2,8 / 105mm 2,8 Makro /85mm 1,4 / 50mm 1,4 / 45mm PC-E 2,8. Am häufigsten gerade für die Portraits ist das 24-70mm bzw. das 85mm Objektiv im Einsatz. Das 24-70-er erlaubt mir ein gewisses Maß an Flexibilität wenn es schnell gehen muss – und das muss es gerade bei den Kinderfotos leider immer. Beide, das 24-70-er und das 85-er sind außerdem angenehm  leicht. Bei weniger als 50kg „Lebendgewicht“ ein deutlicher Vorteil. Wäre das Gewicht nicht so maßgeblich, so würde ich auch bei Portraits häufiger zum 70-200-er greifen. Mit diesem Telezoom ist z.B. das Bild mit den beiden schwatzenden Mädchen beim Kinderturnen entstanden.

*Wie lange fotografieren Sie bereits und welche Bedeutung hat Fotografie für Sie?
Intensiv mit der Fotografie befasse ich mich seit knapp zwei Jahren – Auslöser waren die teuer bezahlten „Machwerke“, die ich als Mutter zweier Kinder vom vermeintlichen Profi-Fotografen aus dem Kindergarten bekommen hatte. Mein Gefühl war, es besser machen zu können. So beschloss ich, tiefer in das Thema einzusteigen… heute steige ich immer noch ein….

Ich habe mal den Satz (er stammt nicht von mir) gelesen „wenn ich fotografiere, bin ich glücklich“. Das beschreibt es recht gut. In der Fotografie kann ich meine Ideen ausleben. Ich stecke mir immer wieder neue fotografische Ziele und Aufgaben, deren Umsetzung mangels Erfahrung und Praxis teilweise viele Überlegungen und auch Vorbereitungen benötigen. Diese – vor allem geistige – Herausforderung empfinde ich als enorm befriedigend. Insgesamt fasziniert mich die Fotografie so, wie mich noch keines meiner Hobbies bisher gefesselt hat.

*Fotografieren Sie lieber analog oder digital und warum?
Zurzeit fotografiere ich ausschließlich digital und werde wohl auch gerade mit der Kinderfotografie (bei der viel Ausschuss unvermeidbar ist) dabei bleiben. Ich liebäugele aber durchaus mit dem analogen Mittelformat und kann mir gut vorstellen, in diese Thematik irgendwann einmal einzusteigen. Noch schreckt mich der Aufwand (benötigter Raum für Dunkelkammer etc.) allerdings mächtig.

*Leben Sie von der Fotografie oder ist es “nur” ein Hobby?
Das Fotografieren war für mich bisher nur Hobby. Ab und an kommen Anfragen in Richtung Kinderportraits – dass das ganze daher irgendwann einmal in die kommerzielle Schiene  rutscht, kann ich nicht ganz ausschließen.

*Ihr Bilder strahlen sehr viel Ruhe aus und es gelingt ihnen diese Ruhe auf die Fotografien zu transportieren. Sind Sie (im fotografischen Sinne) eine Beobachterin oder leiten Sie Ihre Motive an?
Wenn ich fotografiere, gibt es meistens im Vorfeld ein paar Ideen, die ich mit einer groben Skizze in einer Kladde zu Papier gebracht habe. Diese bespreche ich dann mit meinen „Models“ und arrangiere auch öfter die Szene entsprechend (dort hinsetzen, Blick in die und die Richtung, ….). ABER… dann lasse ich es laufen und nehme fotografisch mit, was so alles kommt. Oft ergeben sich aus solchen Situationen Bilder, die deutlich von der ursprünglichen Planung abweichen, mir aber dennoch besser gefallen als das eigentlich vorgesehene Motiv.

*Fotografieren Sie bereits monochrom oder entscheiden Sie später am Computer ob die Farbe im Bild bleibt?
Nein, alle Bilder werden in Farbe aufgenommen, um nicht ohne Not Bildinformationen zu verschenken. Je nach Bild betone oder unterdrücke ich einzelne Farbkanäle bei der Wandlung in monochrom, dazu ist aber die farbige Ursprungsversion notwendig. Beispiel: ein S/W-Bild mit Himmel, den ich dunkel, ggf. sogar fast schwarz halten möchte. Das geht nur, wenn ich bei der Wandlung in Monochrom auf den Blaukanal (Himmel = blau) zurückgreifen und entsprechend anpassen kann.

*Als Vater zweier Kinder weiß ich wie schwierig es ist die kleinen Racker für ein paar “Stillhaltesekunden” zu gewinnen. Ich habe bei Ihnen eine ganze Reihe sehr schöner Fotografien von Kindern gefunden. Haben Sie eine besondere Methode beim Umgang mit Kindern?
Ein heikles Thema, denn z.B. ein (oder zumindest mein) testosterongeladener Sechsjähriger wird beim besten Willen nicht einsehen, warum er jetzt wieder für eines dieser blöden Fotos „posen“ muss und auch unsere ältere Tochter ist nicht immer Feuer und Flamme, wenn ich meine Kamera zücke. Zwei Dinge helfen mir dabei: gute Planung/Vorbereitung und (zumindest mein Nachwuchs ist da mehr als korrupt) eine Bestechung/Belohnung, die möglichst in kleinen „Häppchen“ und zeitnah gereicht wird. Alles was geklärt werden muss (Wann steht das Licht am Aufnahmeort perfekt? Welche Bekleidung? Requisite notwendig? Gestaltung Hintergrund? u.s.w.) wird im Vorfeld und nicht während des Shootings erledigt. Dazu gehören oft auch Probeaufnahmen ohne Kind um festzustellen, wie die eigentliche Lichtwirkung ist. Für das Shooting selber gilt zumindest bei meinen „ Models“, dass mehr als fünf Minuten (kleinere Kinder) bzw. zehn Minuten (größere Kinder) am Stück nicht gehen. Das muss bei der Planung berücksichtigt werden.

*Welcher Fotograf inspiriert Sie?
Alle Fotografen, die es schaffen, eine Stimmung zu transportieren und Bilder nur soweit zu bearbeiten, dass diese (die Bearbeitung) sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängt. In der fotocommunity – nur dort stelle ich aus – gibt es dutzende Fotografen, deren Bilder ich sehr schätze und deren Bilder mich immer wieder zu eigenen Ideen und Versuchen inspirieren. Weil ich selber keinen bestimmten Stil verfolge, kann ich mich hier aber nicht auf ein oder zwei Fotografen festlegen.

Vielen Dank!

Hier nun meine ganz persönlichen Lieblingsfotografien von Ulrike S. Hardberck:

Wer noch mehr von Ihr sehen will, schaut hier:
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/1071497

.

You may also like

Interview mit Andreas Chudowski
Ich mag die Stimmung

2 Responses

  1. mit dem zitat „wenn ich fotografiere, bin ich glücklich“ hat sie genau meinen nerv getroffen, denn spaß an der fotografie ist sehr wichtig. generell scheint sie mir einen sehr netten und lockeren eindruck zu machen und ihre fotos können sich wirklich sehen lassen. sehr schönes interview.

Leave a Reply