9
Jun
2009
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Digital Natives

digitalnativesEin Begriff geistert immer öfter durch die Medienlandschaft und auch ich beginne ihn immer öfter einzusetzen: „Digital Natives„. Von Wikipedia liebevoll als „Digitale Einheimische“ bezeichnet, umfasst dieser Begriff die Generation derer, die mit Kassettenrekordern, Schallplatten, Videorekordern oder auch „analogen“ Kameras nichts anzufangen wissen. Jene, die völlig selbstverständlich mit dem so genannten Web 2.0 umgehen, Ihre Avatare genau so pflegen wie ihre Kleidung und die mit großer Leidenschaft offen gegenüber neuen Technologien sind.

Auch wenn ich mich in dieser Definition wieder finde, bin ich doch keiner von denen, denn ich unterscheide zwischen digital und analog. Digital Natives tun dies nicht und nutzen Technologien einfach – sie hinterfragen sie weniger. Ihnen sind die Diskussionen ob Twitter nur eine Modeerscheinung ist oder Studi VZ den Schulhof ersetzt völlig egal. Sie kommunizieren anders – das Handy ist Kommunikationsmittel Nummer 1 und Social Networks wie Facebook oder SchülerVZ selbstverständlicher Teil des soziales Umfelds.

Während meine Mutter (60) sich den Computer im Wochenendseminar erklären lässt, hantiert mein Sohn (3) völlig selbstverständlich mit YouTube und schaut sich die neusten Trickfilm Trailer an (kein Witz!) – und das ohne jegliche Erklärung! Und all denen die jetzt mit aufgerissenen Augen vor dem Bildschirm sitzen und darüber schimpfen, daß ich meinen Sohn in dem Alter schon an YouTube lasse, sei gesagt: Ich glaube es ist falsch das Verhalten dieser Generation nach unseren („Non Digital Natives“) Maßstäben zu beurteilen! 

Natürlich passt man als Eltern auf, daß das Kinde nicht vor der Glotze gammelt sondern seine Erfahrungen haptisch sammelt, doch auch hier wird sich einiges ändern:
Für Digital Natives wird es völlig unverständlich sein, den Tag nach dem Fernsehprogramm auszurichten – so wie es in der Generation Kuhlenkampf, Fuchsberger und Frankenfeld vor nicht allzu langer Zeit üblich war! Sie suchen sich – dank IP-TV – aus wann sie etwas sehen wollen und – viel wichtiger – sie werden ins Geschehen eingreifen. 

Den Digital Natives steht die Welt offen. Sie kommunizieren, informieren und konsumieren mehr als andere Generationen vor ihnen. Sie jonglieren mit selbstverständlicher Leichtigkeit eine Fülle von Daten und vernetzen sich auf ihre ureigene Weise. Und wenn diese Entwicklung und die Nutzung dieser Ressourcen in den studierten Manager-Etagen deutscher Unternehmen wieder verpennt wird, weine ich Arcandor & Co keine Träne nach!

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