12
Jan
2010
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Die schlechteste Sängerin der Welt

Mal was anderes: Wer glaubt „Deutschland sucht den Superstar“ ist das Ende der Fahnenstange, die Spitze des Eisberges, der Untergang des Abendlandes, dem sei gesagt: Das gab´s schon immer und zwar schlimmer! Nämlich erfolgreich!

Vor etwa 100 Jahren vererbte ein Mann in Philadelphia seiner Tochter soviel Geld, daß diese den Rest ihres Lebens ohne Not ihrem Traum einer berühmten Opernsängerin leben konnte: Florence Foster Jenkins. Einzig ihr Talent stand diesem Wunsch im Weg. Sie selbst lies sich jedoch von diesem unbedeutenden Makel nicht beeindrucken gab Konzerte, die bereits nach einiger Zeit ob ihres Mutes Kultstatus erreichten.

Florence Foster Jenkins war so schlecht, daß Kritiker schrieben: „Sie ließ sich von den Absichten der Komponisten nicht einschüchtern“ oder „Sie habe die Kunst perfektioniert „Vierteltöne ober- und unterhalb der richtigen Töne zu improvisieren„. Einzig das Publikum sah es gelassen und strömte in die Konzerte der Frau die schnell den Ruf der „schlechtesten Sängerin Amerikas“ hatte. Am Ende  sang sie mit 76 Jahren ein Konzert in der Carnegie Hall, das schon Wochen vorher ausverkauft war und dessen Eintrittskarten am Schwarzmarkt sagenhafte Summen kosteten.

Was soll uns diese Geschichte sagen? Es ist nicht schlimm, wenn Du eine Sache die Du gern machst nicht kannst und niemals können wirst. Das Leben ist zu kurz um sich aufzugeben! Auf dem Grabstein von Florence Foster Jenkins steht übrigens: Die Leute können behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen hätte.

Genau! Kostprobe:

Wie kam ich eigentlich drauf? Das Winterhuder Fähraus in Hamburg zeigt ab 15. Januar die Komödie „Glorius„. Ein Stück über das Leben der exzentrischen Amerikanerin, die um jeden Preis Sängerin werden wollte.

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Jarle Bernhoft

4 Responses

  1. Pingback : Links Januar 2010 | funkygog Blog

  2. Dafür bezahlen Leute? Also ja, es hat schon eine morbide Art von Sensationsbefriedigung, aber ich hab das Lied net komplett durchgehalten -- nach 30 min würden meine Ohren bluten.

  3. meine eltern hatten die cd mal vor etlichen jahren gekauft und dann abends zum essen eingelegt. ein absoluter kulturschock für mich -- ich konnte einfach nicht glauben, dass so etwas möglich ist.

    mittlerweile nehme ich das ganze aber mit humor 🙂

  4. auaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa mit tun die Ohren weh. Jetzt weiß ich was machen kann, wenn der 15jährige Nachbar mal wieder meint seine Musik Nachts um 10 aufdrehen zu müssen.

    Ich lass die Puppe dann einfach hier mal singen….*lol* Das wird ein Spaß und Ruh ist.

    Micha

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