21
Apr
2010
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Der eigene Online-Foto-Shop (Teil3)

Nachdem wir uns in Teil 1 und 2 unseres kleinen Exkurses damit auseinander gesetzt haben, wie wir zum eigenen Webshop kommen, soll es heute darum gehen, offene Fragen zu klären und den Gewinner der Pixtacy-Vollversion sowie der Photobox-Preise zu ermitteln.

Ich habe heute mit dem Geschäftsführer von Pixtacy Herrn Wandelt ein Telefon-Interview geführt und die gestellten Fragen besprochen:

Herr Wandelt, zuerst einmal vielen Dank, daß Sie sich die Zeit nehmen die Fragen zu beantworten und uns eine Vollversion zur Verlosung stellen. Wie kam es eigentlich zu der Idee eines Shops speziell für Fotografen?
Ich habe vor 5 Jahren als Software-Entwickler in Bremen in einer Bürogemeinschaft zusammen mit Grafik-, Webdesignern und Fotografen gearbeitet. Irgendwann sprach mich der Fotograf darauf an, ihm eine Lösung für einen Webshop zu entwickeln. Mittlerweile ist Pixtacy daraus geworden.

Bevor wir zu der Beantwortung der Leserfragen kommen, hab ich ein paar Fragen. Sie haben in den Kommentaren zu diesem System gesehen, daß viele User  etwas Respekt vor dem Anschaffungs-Preis und dem benötigten Webspace haben.  Was sagen Sie dazu?
Pixtacy ist im Vergleich mit anderen Systemen immer noch eine recht günstige Lösung. Wir denken inzwischen jedoch auch darüber nach, ein Mietmodell des Shops anzubieten, bei dem man sich Web-Space und Lizenz zu einem monatlichen Beitrag mietet. Erste Gespräche mit verschiedenen Hostern wurden bereits geführt. Ich denke, hier wird es in naher Zukunft sicherlich auch eine Lösung geben.

Hierzu kann ich vielleicht mal meine  Leser befragen: Wo läge bei Euch die Schmerzgrenze einen solchen Shop für Eure Zwecke anzumieten? Eure Antworten bitte als Kommentar …

Ich fänd die Bereitstellung eines Bewertungssystems der Bilder für die Besucher des Shops recht reizvoll. Ist so etwas geplant?
Das ist sicherlich ein interessantes Feature. Momentan kommen allerdings zu wenig Anfragen dazu. Wir haben momentan einige andere wichtige Feautures auf der „To-Do“ Liste, die wir zeitnah umsetzen wollen.

Die da wären?
Der Fokus liegt momentan auf die Entwicklung einer Anbindung des Shops zu verschiedenen Druckdienstleistern. Hier wurden bereits einige sehr positive Gespräche geführt, so daß ich davon ausgehe, daß wir noch in diesem Jahr eine Lösung präsentieren können. Geplant ist eine Schnittstelle bei der sich verschiedene Druckdienstleister für die Umsetzung der Aufträge, die im Pixtacy-Shop generiert werden, anbieten können. Das Weiterleiten der Aufträge „von Hand“ würde dann also wegfallen. Dies ist jedoch mehr als eine Funktionserweiterung sondern schon der Aufbau einer gesamten Infrastruktur.

Außerdem planen wir den Aufbau einer eigenen Bildersuchmaschine, die die Pixtacy-Shop-Besitzer miteinander vernetzt. Diese Suchmaschine ist sozusagen eine Art freies Stock-Portal, in dem sich gezielt nach bestimmten Aufnahmen suchen lässt. Dies ist sicherlich für die Leute interessant, die Ihre Fotos gern als Stockfotos vermarkten wollen und die Preise dafür selbst festlegen wollen.

Das klingt sehr interessant und nach viel Arbeit, kommen wir zu den Fragen meiner Leser:

Besim fragt: Ist es möglich, bestimmt Gutschein-Codes zu vergeben, um ausgewählten Personen Vergünstigungen zukommen zu lassen? Oder muss man dieses mit einem Anbieter wie Photobox abklären?
Pixtacy unterstützt im Augenblick leider keine Gutschein-Codes. Dies ist allerdings ein Feature, das auf der To-Do-Liste steht.

Bastian fragt: Ist der Shop, insbesondere der Ordner “hires”, gegen unbefugten Zugriff geschützt? Also könnte z. B. jemand, der ein Produkt gekauft hat, den Link einfach weitergeben?
Der Order „hires“ kann außerhalb des öffentlichen Webserververzeichnisses liegen oder per htaccess-Datei gegen Zugriffe von außen geschützt werden. Nach einem Bestellvorgang erhält der Kunde einen Link zu einer Downloadseite, von der aus er die gekauften Bilddaten herunterladen kann. Leider lässt sich nicht verhindern, dass er diesen Link weitergibt, ebensowenig wie man verhindern kann, dass er die Bilddaten selbst weitergibt. Das liegt in der Natur der Sache.

Hier muß ich nachhaken: Es wäre also auch möglich den Ordner mit den hochaufgelösten Bildern an einem völlig anderen Ort im Web anzulegen? Welche Vorraussetzungen müßte der Server mitbringen? Ich denke da vor allem an meinen MobilMe-Account von Apple… Hier hab ich 20GB Webspace, die ich kaum nutze…
Theoretisch ist das möglich, aber auch eine Frage der Sicherheit. Ich kenne die Verschlüsselungsmechanismen der einzelnen Anbeiter nicht alle. Letztlich muß jeder für sich entscheiden, wie „sicher“ der „HiRes“ Ordner auf dem die Original-Dateien liegen, vor Zugriffe von aussen ist. In den Systemeinstellungen des Shops läßt sich der Hi-Res Ordner als Ordner auf einem entfernten Server angeben. Zu beachten ist hierbei nur, daß Ihr Hoster ausgehende FTP-Verbindungen erlaubt.

Theoretisch wäre also auch die Verknüpfung des eigenen Flickr- oder Picasa-Accounts möglich?
Theoretisch schon. Aber auch hier haben wir momentan noch zu wenig Anfragen in unserem Support-Forum. Sollte dieses Feature bei vielen Users auf der Wunschliste stehen, können wir auch hier eine Umsetzung anbieten.

Habe ich es richtig verstanden, dass man die komplette Fotowebseite auf Basis des Pixtacy-Systems bereitstellen muss?
Nein, man kann Pixtacy leicht in eine bestehende Webseite integrieren, ohne dass man diese komplett überarbeiten muss. Es genügt, irgendwo einen Link zum Pixtacy-Shop einzubauen. Wer allerdings noch keine Website besitzt, kann neben den eigentlichen Shop-Seiten auch beliebige weitere Webseiten mit Hilfe von Pixtacy bereitstellen.

Joerg fragt: Gibt es eine Möglichkeit, den einzelnen Bildern längere Textbeschreibungen mitzugeben?
Ja, die gibt es. Die Beschreibungen dürfen beliebig lang sein und können auch HTML-Auszeichnungen enthalten. Sogar das Plazieren weiterer Bilder innerhalb der Bildbeschreibung ist möglich, so dass man zum Beispiel auch Ausschnittvergrößerungen bereitstellen kann. Übrigens werden beim Bildimport automatisch die Inhalte des IPTC-Feldes „Caption“ (ebenso wie Bildtitel und Stichwörter) aus der Bilddatei ausgelesen und in Pixtacy übernommen. Die braucht man also nicht doppelt zu erfassen.

Carsten fragt: Viele Fotografen im Netz nutzen WordPress als „Unterlage“ für (Foto-)Blogs. Ist auch eine Schnittstelle zu WordPress geplant? Das könnte die geplante News-/Blogfunktionalität von Pixtaxy für Fotografen interessanter machen, die ohnehin WordPress einsetzen.
Wie weiter oben gesagt, lässt sich Pixtacy problemlos in bestehende Websites einbinden; das gilt auch für Seiten, die mit WordPress erstellt worden sind. Eine regelrechte Schnittstelle ist daher nicht erforderlich und derzeit auch nicht geplant. Wenn Sie mir genauer beschreiben würden, was eine solche Schnittstelle leisten sollte, würde ich aber darüber nachdenken, denn WordPress gefällt mir als Produkt sehr gut.

Übrigens wird die für Pixtacy geplante News-/Blogfunktionalität kein Ersatz für WordPress sein. Hier geht es nur darum, dass ein Fotograf schnell und problemlos Neuigkeiten veröffentlichen kann, ohne erst ein zusätzliches Blogsystem installieren zu müssen. Den Funktionsumfang eines echten Blogsystems (zum Beispiel Trackbacks, Kommentare etc.) wird Pixtacy so schnell nicht bieten.

Dombili fragt: Wie sicher ist das Pixtacy-System vor Dritten (Hackern) geschützt? Mit welcher Verschlüsselung arbeitet die Software?
Pixtacy basiert auf einem Content-Management-System („Virthos“), das schon seit mehreren Jahren auf dem Markt ist und bei unzähligen Webauftritten aller Größenordnungen eingesetzt wird. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem ein Hacker erfolgreich Daten geklaut oder manipuliert hätte. Virthos kann zwar frei heruntergeladen werden, aber es handelt sich nicht um ein Open-source-System. Der Quellcode wird nur in verschlüsselter Form herausgegeben, so dass eine Schwachstellenanalyse extrem erschwert ist.

Der eigentlich kritische Bereich, nämlich die Zahlungsabwicklung, wird von Partnern (zur Zeit PayPal und sofortüberweisung.de) übernommen, die über ausgefeilte Sicherheitssysteme verfügen. Die Online-Banking- oder Kreditkarteninformationen der Kunden werden zu keinem Zeitpunkt an Pixtacy übermittelt oder dort gespeichert. Wer ganz sichergehen will, kann Pixtacy so installieren, dass alle Zugriffe mittels SSL verschlüsselt werden. Diesen Aufwand halte ich im Normalfall aber für übertrieben.

Wie weiter oben erwähnt, können die High-res-Bilder bei Bedarf im nicht-öffentlichen Bereich des Webservers abgelegt werden, so dass ein direkter Zugriff per Webbrowser – egal mit welchen Tricks – unmöglich ist.

Stefan fragt: Ist es richtig, dass „nur“ 360 Pixel große Thumbnails verwendet werden können?
Das galt für die Version 1.0. Ab der Version 1.1, die in wenigen Tagen verfügbar sein wird, können die Vorschaubilder in beliebiger Größe hinterlegt werden.

Hier muß ich mal Nachfragen: Wir es möglich sein, die Bilder in der Vorschau mit dem im Netz sehr beliebten „Lightbox“ Feature anzusehen?
In der nächsten Version, die in den kommenden Tagen verfügbar sein wird, ist dieses Feature bereits implementiert.

r. fragt: Eine Anbindung von Aperture und Lightroom wäre sicher reizvoll…
Pixtacy lässt sich sehr einfach in bestehende Workflows einbinden. Um Bilder zu veröffentlichen, genügt es, die Vorschaubilder in der gewünschten Größe zu erzeugen und per FTP in ein bestimmtes Verzeichnis auf dem Webserver zu übertragen. Die meisten Bildverarbeitungs- und Bildverwaltungsprogramme stellen eine solche Funktionalität bereit oder lassen sich durch Plug-ins entsprechend aufrüsten. Anschließend muss man in Pixtacy nur noch den „Import“-Button anklicken. Da die IPTC-Daten aus den Bilddateien ausgelesen werden, kann man auch die Beschriftung und Verschlagwortung bereits in Aperture, Lightroom & Co. erledigen.

Stefan fragt: Wie sieht der Bestellvorgang mit Photobox genau aus, wenn ein Kunde ein Foto von mir kaufen möchte? Wer bestellt da bei www.photobox.de und wer verschickt? Gibt es eine Weiterleitung zum Shop oder muss ich als Fotograf dort selber im Auftrag des Kunden einkaufen und anschließend versenden? Das habe ich leider noch nicht so richtig verstanden.
Im Augenblick ist es noch so, dass der Fotograf die Bestellungen „von Hand“ abwickeln muss. Das heißt, er erhält eine Bestellbestätigung per E-Mail, beauftragt sein Labor mit der Herstellung und versendet die Bilder dann an den Kunden. Pixtacy wird allerdings noch in diesem Jahr die Möglichkeit erhalten, Bildbestellungen direkt an ein Labor oder einen Druckdienstleister weiterzuleiten, so dass man sich als Fotograf nicht mehr um die Abwicklung kümmern muss. Das System wird sehr offen ausgelegt sein, das heißt, alle Labore und Druckdienstleister, die Interesse haben, können mitmachen. Und der Fotograf kann sich bei jedem einzelnen Produkt, das er anbietet, den Dienstleister aussuchen, der ihm für die Herstellung am besten geeignet erscheint.

Ich finde diese Idee grandios! Momentan wickle ich die Bestellungen mit folgendem Procedere ab:
Bei der Photobox läßt sich per FTP die gleiche Ordnerstruktur wie im eigenen Pixtacy-Shop anlegen. Erhält man also eine Bestellung im Pixtacy-Shop, so loggt man sich in seinen Photobox-Account und
bestellt die Abzüge in der Photobox „von Hand“. Hier genügt jedoch ein einfacher Mausklick – es ist also keine große Sache und dauert Sekunden! Es ist bei der Photobox möglich die Fotos getrennt von der Rechnung an eine andere Adresse als der eigenen zu versenden.
Ein weiteres nettes Feature der Photobox ist die Verknüpfung des Photobox-Accounts mit seinem Flickr- oder Picasa Account … Ich habe bei der Photobox bereits angefragt, ob es zukünftig eine Möglichkeit geben wird, aus seinem Photobox-Account auf „entfernte Ordner“ wie beispielsweise den „High-Res“ Ordner seines Pixtacy-Shops zu zugreifen. Technisch ist das ja kein Problem… Die Anfrage wird momentan noch geprüft… Sobald es hier eine Info gibt, werde ich sie nachreichen.

Sven fragt: Kann man bei einzelnen Fotos bestimmte Auflagen einstellen und so eine „limited edition“ verkaufen?
Eine Lagerbestandsverwaltung steht auf der To-Do-Liste, ist im Augenblick aber nicht verfügbar. Das heißt, eine automatische Auflagenbeschränkung ist in der beschriebenen Form nicht möglich. Man kann aber im Beschreibungstext eines Bildes auf die „limited edition“ hinweisen und die Höhe der Restauflage nennen. Nur muss man die natürlich nach jeder Bestellung von Hand aktualisieren.

Mike fragt: Ist es möglich, bestimmte Fotos, die nicht der Allgemeinheit zugänglich sein sollen, mit Passwort zu schützen und dann beispielsweise Freunden und Verwandten kostenlos als Download bereit zu stellen?
Das ist ohne weiteres möglich. Jeder Bilderordner kann mit eigenen Freigabeeinstellungen versehen werden, und man kann beliebig viele Benutzerkonten mit Name und Passwort einrichten. Wer seine Kunden bzw. Gäste nicht mit dem Eingeben von Passwörtern behelligen möchte, kann auch Einladungslinks versenden, über die der Empfänger direkt auf einen nicht-öffentlichen Bilderordner zugreifen kann.

Viele Antworten! Vielen Dank für das Gespräch!

Und nun zum Gewinner der Vollversion die ich wieder nach meinem altbewährten Rezept verlost habe: Jeder Kommentator wurde auf einem kleinen Zettelchen ausgedruckt, als Kugel gerollt und dann wurden alle 37 Kügelchen in die Luft geworfen und mit dem Mund aufgefangen habe ich…  3-2-1 – Daniel Sypke! Herzlichen Glückwunsch!

Den zweiten Preis, ein Prestige-Fotobuch der Photobox geht an: Teezeit!

100 freie Photo-Abzüge kann sich Joerg Esser abholen!

Immerhin noch 40 Abzüge bei der Photobox gibt es für Jörg Engelbrecht und Niclas

Allen Gewinnern nochmal Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für´s Mitmachen!

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7 Responses

  1. Hallo zusammen,
    nachdem ich mich gerade in der Testphase der Version 1.1 bin, haben sich bei mir ein paar Fragen aufgetan:
    Ich vermisse eine Einstellmöglichkeit die Anzahl der Bildreihen (bei Bilder die jetzt im Moment auf 3 eingestellt ist) zu erweitern. Um sagen zu können, ich hätte gerne 5 Reihen.
    Die Farbanpassungen habe ich teilweise in meinem Testshop bereits realisieren können.
    Als nächstes möchte ich die High Resolution Bilder uploaden. Werden diese dann bereits beim daraufklicken als Vorschai von z.B. max 900 pixel Höhe oder Breite angezeigt?
    Danke für die Untertstützung.

    A L E X

  2. Pingback : Fotokunst und freie Fotografie » Blog Archive » Der "Stilpirat" berichtet über Pixtacy - Interessantes über Fotokunst und deren Vermarktung

  3. Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner, schade das es nicht geklappt hat 🙂 Mit der limited Edition ist das so natürlich leider noch ein bisschen umständlich.

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