30
Mrz
2011
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Bildbearbeitung mit Wachs

Schon seit längerem juckt es mich in den Fingern, meine Fotos jenseits der gängigen Mittel und Wege an die Wand zu bekommen. Klar, Leinwände und Prints werden immer erschwinglicher und es ist super bequem und einfach die Dinger zu bestellen . Doch mir fehlt leider die persönliche Note dabei. Auch hab ich mich – wenn ich ehrlich bin – an Foto-Leinwänden schon etwas satt gesehen. Auf irgendeiner Seite eines amerikanischen Fotografen fand ich dann eher am Rande und zufällig die Idee, Fotos mittel Wachs auf Sperrholz zu versiegeln.

Ich hatte keine Ahnung, wie er das gemacht hat, doch ich fand die Idee geil und wollte es selber mal ausprobieren. Gesagt getan.

Zuerst hab ich mit Sperrholzrahmen mit einfachen Baumarkt-Mitteln gebastelt:

Da ich Bilder haben will, die „leben“ hab ich meine Kinder dazu verdonnert, die Rahmen mit weisser Farbe anzumalen (ich hab einfach Standard-Latex-Weiss benutzt). Kinder sind so schrecklich ungeduldig und arbeiten so herrlich ungenau und wild. Mir war es wichtig, dass man das Handgemachte später sieht:

Jetzt hab ich die Fotos, die ich auf die Rahmen bringen will,  auf einfachem, weissem 90g Kopierpapier ausgedruckt. Ich hab Test mit diversen Papieren angestellt, hab aber festgestellt, daß sich für das gewünschte Ergebnis, normales Kopierpapier (je dünner desto besser) am besten eignet.

Nun verflüssige ich das Wachs. Die Tüte gibts bei Amazon für 8€. Das Wachs erhitze ich in einem kleinen Gläschen im Wasserbad. So versaue ich mir zum Einem nicht den Topf, zum Anderen kühlt das Wachs später nicht so schnell aus und wird hart.

Mit dem Pinsel streiche ich jetzt einfach das heisse Wachs über das Foto. Das Papier saugt sich recht schnell voll und verbindet sich dadurch auch mit der Sperrholzplatte.

Das Foto bekommt durch das Wachs leuchtendere Farben, die dann auch ganz leicht verwischen – sieht super aus! Naja… nicht ganz… im ersten Test bekam ich dieses Ergebnis:

Aber mir kam schnell die Idee, das Ganze mittels Heissluftpistole zu korrigieren… Also Heissluftpistole und der Wachs verteilt sich so glatt wie ein Kinderpopo

Eigentlich wars das! Sieht super aus! Doch ich wollte noch ein bisschen weiter herumexperimentieren und versuchte einfach mal T-Shirt-Folie

Es klappte nicht wirklich, doch das Ergebnis fand ich dennoch sehr geil 😉

Ich hab dann einfach mal eine Serviette zerrissen und ebenfalls eingewachst… meine Frau und meine Tochter mochten das besonders 😉

Hat echt Spaß gemacht! Und das Ergebnis hängt jetzt bei uns an der Wand:

Ich hab noch jede Menge Ideen, mit farbigem Wachs weiterzumachen, oder die Bilder direkt auf unbehandeltes Holz zu wachsen… mal sehen… bald ist Ostern.

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31 Responses

  1. Gustav

    Super Idee und Beschreibung!
    Nur, mal abgesehen davon, dass ich mit dem Fön das Papier angesengt habe, was ich auch durchaus unter „persönliche Note“ verbuche:
    Bei mir klebt das Papier nicht auf der Platte.

  2. Pingback : Neues vom Web | My State of Art

  3. Unglaublich gute Idee, ich ziehe gleich los Baum fällen und Kerzen klauen. Wird bestimmt Lustig das nachzubasteln, bisher hängen meine Fotografien hier alle nur im Rahmen unter Glas oder einfach so nackt an der Wand, das wird dem ganzen eine neue Dimension hinzufügen.

  4. Oh, was für ein schöner Artikel :-)
    Ich kenne ja schon einiges Gipsbilder, Serviertentechnik.. aber mit Wachs -- ok? :-)
    Auch eine Idee!
    So lernt Frau doch immer dazu -- lieben DANK, Steffen. Und dein Satz war absolut der Satz des Tages..so, so herrrlich *lachmichweg*
    “Kinder sind so schrecklich ungeduldig und arbeiten so herrlich ungenau und wild”
    und…?
    So herzallerliebste Fotos deiner Lieben *daumenhoch*

  5. uiuiui das wird gleich zuhause ausprobiert… eventuell muss ich noch schnell den künstlerbedarf-fachladen leerkaufen, aber das ist eine richtig gute idee und die kommt mir vor ostern genau richtig 😉 danke!

  6. Moin, das ist ja mal der Oberhammer! Nicht nur die Idee und umsetzung ist genial, sondern wenn ich das so sehe auch die Ergebnisse. Individueller gehts schon nicht mehr! Klasse.

  7. Eruptiv

    Hab leider die Erfahrung gemacht, dass die selbst gedruckten Fotos trotz original Fotofarbe von Canon nach ca. 3 jahren ausbleichen. Da hilft auch kein versiegeln mit Wachs. hast übrigens den selben Drucker wie ich 😉

  8. Pingback : Blogpostroll #1 · kattitu.de

  9. Geile Sache. Ich mag Wachs gerne, ist nur so scheiße empfindlich gegenüber Staub und Licht. Nicht teuer, ungiftig und leicht zu verarbeiten. Mehr als man von manchem Menschen sagen kann.

  10. DiANA

    mensch -- das ist ja genial -- das nächste Muttertags- oder Ostergeschenk ist gesichert!!!!!

    Toll, was Du so alles ausprobierst!

    Vor allem das Foto von dem frechen, angsteintreibenden Schmusekuchen ist richtig genial!!!!!!! Knuddel sie mir mal.

    LG

  11. Hey,

    das empfinde ich mal als eine tolle und vor allem relativ billige Möglichkeit seine Bilder in schicker Form an die Wand zu bringen.

    Werde ich wohl auch mal ausprobieren.

    LG Jan

  12. Sven

    Hallo,

    super Idee mit dem Wachs. Wäre cool wenn du den kompletten Vorgang mal in einem kurzen Video posten könntest, so angefangen mit Serviette platzieren / fixieren bis hin zu wieviel Wachs nimmst du und wie verteilst du es mit der Heissluftpistole. Ich finde deine Idee echt super, bin aber handwerklich leider soooooo ungeschickt dass ich über jede Hilfestellung dankber bin.

    Gruß vom Niederrhein

    Sven

    1. @Sven Ausprobieren macht wirklich mehr Spaß, als alles haarklein erklärt zu bekommen. Ich bin handwerklich auch kein Meister 😉 Fang einfach mal an… alles andere ergibt sich!

  13. Guido

    Eine Detailansicht von dem Wachsbild wäre noch interessant, um zu sehen, wie die Struktur aussieht.

    Tropft das Bild an heißen Sommertagen von der Wand?
    😉

    1. @Guido Ja! Das ist der Nachteil Sobald die Zimmertemperatur über 70 Grad Celsius steigt, verflüssigt sich der Wachs. Du solltest für diesen Fall immer eine kleine Schüssel unter das Bild stellen.

  14. geiler Artikel und der Satz des Tages ist für mich der folgende „Kinder sind so schrecklich ungeduldig und arbeiten so herrlich ungenau und wild“

    Allein für diesen Artikel hat es sich gelohnt dir auf Twitter zu folgen…Danke

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