3
Mai
2010
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Auf zum 1. Mai

Am vergangenen Wochenende stellten – wie jedes Jahr – wieder einmal einige hundert politisch Interessierte in Berlin und Hamburg ihr persönliches Demokratieverständnis vor. Mich beeindruckt jedes Jahr vor allem die ungeheure Wirksamkeit der Auseinandersetzungen deren Wurzel stets in einer glücklichen Verbindung aus großem Intellekt und dem Wissen um politische Zusammenhänge fusst.

Auch diesmal wurden die Demonstranten von einer Übermacht an Polizeibeamten geradezu überrumpelt. Man konnte es den Beamten im Gesicht ansehen: Statt das Wochenende nämlich zu Hause mit der Familie zu verbringen, versammelten sie sich lieber, trieben die Demonstranten auf die Strasse und provozierten die diese so lange, bis sich diese gezwungen sahen, Barrikaden aufzubauen diese anzuzünden und Schaufensterscheiben einzuschlagen. „Kapitalismus zerschlagen“ so die politische Willensbekundung. Ja genau – kaputte Schaufenster tun dem Kapitalismus weh! Und brennende Barrikaden auch! So! Jetzt hab Ihr es! Vielleicht überlegen die Kapitalisten es sich jetzt endlich mal, dass Kapitalismus schlecht ist!

Genau! Bitte lasst uns endlich wieder anfangen den gerechten Sozialismus aufzubauen. Die Geschichte hat uns gezeigt, dass dann endlich für alle Trauben an den Bäumen wachsen und politische Meinungsäußerungen nicht damit endet, von der Polizei in Gewahrsam genommen zu werden. Und so lange ihr das nicht begreift, müßt Ihr eben damit rechnen, das man sich eine Mütze mit Schlitz aufsetzt, den Rucksack mit allerlei Wurfgeschossen und Brandbeschleunigern sattelt und in die Schanze oder nach Kreuzberg fährt. Gewalt ist nämlich das einzig adäquate Mittel der Auseinandersetzung…

Ich persönlich glaube nicht, daß es um politische Auseinandersetzung geht. Ich glaube nicht mal, daß die High-o-pies irgendeine ernsthaft nachvollziehbare politische Meinung haben. Die Randalierer kommen ja mittlerweile nicht mal mehr aus der Schanze oder Kreuzberg…

„Gelangweilte Vorstadt-Guerilleros, die mit Mamas Monatskarte anreisen. Im Kopf billiger Fusel und wenig Ideen…“ Ein lesenswerter Brief „an den anonymen Randalierer“ von Andreas H.:

http://www.mopo.de/2010/20100503/hamburg/panorama/feuer_und_flamme_fuer_so_viel_dummheit.html

3 Responses

  1. Ich stimme Dir zu und sehe meine schon immer währende (aber immer wieder als unpopulär abgetane) Meinung dazu bestätigt.
    Es geht um sinnlose Krawalle ohne politischen Inhalt.
    Natürlich gibt es die Polizisten, die sich extra für den 1. Mai einteilen lassen, um mal wieder richtig jemanden mit dem Stock zu vermöbeln, aber auf der anderen Seite sieht es ja genau so aus.. Nach Hamburg oder Berlin fahren, um mal konzentriert ein paar Steine zu schmeißen und ne Kiste Sternburger zu saufen.. Tolle politische Aussage..

    Ich denke, es läuft nach dem Prinzip: Es war früher so.. links ist cool.. es ist gerechtfertigt, weil sie früher noch schlimmer waren. Was nun genau der Inhalt dessen ist, kommt dann erst an .. … … 15. Stelle..

    Schöner Brief an den Krawallmacher!

    M.

  2. Immer wenn man den Kapitalismus bemängelt, wird die Keule „Sozialismus ist auch nicht besser“ oder „Der Kommunismus ist gescheitert“ rausgeholt.

    Kann sich heute keiner mehr eine weitere noch unbekannte Form der Gesellschaft vorstellen?

    Der Kommunismus ist pleite, die Anarchie hat versagt, die Monarchie war nicht die Lösung und die freie Marktwirtschaft legt gerade die größte Pleite aller Zeiten hin.

    Wir sollten uns so langsam was neues ausdenken… nur so als Empfehlung.

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